_Alltag,  _Ferien

Gedankenschnipsel aus den Ferien

Langsam fällt meine Ferienanfangsanspannung von mir ab. Zwar wirken die großen Themen wie der Schulwechsel des Wolfes durchaus noch in mir, ich fühle mich aber wieder stabiler. Nicht zuletzt, weil ich mittlerweile eine Therapiestunde hatte, wo ich dem nochmal Raum und Gehör geben konnte. Ein Hoch auf TherapeutInnen!

Wir schwingen uns also in diesen Ferienalltag ein. Der Sterngucker verbringt viel Zeit mit seinem Freund. Hier verspüre ich auch große Dankbarkeit der Freundmutter gegenüber, die fast jeden Tag den Sterngucker zu ihren drei eigenen Kinder dazu nimmt. So können wir trotz Ferien auch unserer Arbeit nachgehen, die ja nicht weniger wird. Im Gegenteil, jetzt kommen alle Aufträge, die durch die Corona-Pause ausgefallen oder verschoben wurden, zeitversetzt nach. Nach geschäftiger Sommer ist das.

Ich war neulich aber auch ganz spontan mit dem Sterngucker Schwimmen und Eis essen. Das hat uns beiden gut getan. Ich schaffe es momentan nur schlecht, Bewegung in meinen Alltag einzubauen und gegen meine argen Verspannungen anzukommen. Da war der Schwimmbadausflug natürlich klasse.

Im Kaufrausch

Lange habe ich mein Use-what-you-have Jahresmotto durchgehalten. Nun erlebe ich mich in einem Kaufrausch. Wah! Hier ein Buch, dort ein Kurs, da Geschenke für mir wichtige Menschen, neue Schuhe vielleicht noch? Und am liebsten ein Bikini. Und Unterwäsche. Man stoppe mich! – Ich hab es ja selbst schon bemerkt und versuche nun die Handbremse einzulegen. Denn wirklich, ich war so stolz auf mich, dass ich es bis zum Sommer geschafft habe, so gut für mein Einkommen und unser Auskommen zu sorgen, rechtzeitig Rücklagen für die Steuer zu bilden und meinen Notgroschen anzulegen. Das will ich mir jetzt nicht durch einen Kaufrauschmonat kaputt machen.

Gleichzeitig habe ich natürlich große Freude an den Kursen, die ich gebucht habe, schreibe mit Lust und Begeisterung an den neuen Buchstaben und mit den neuen Techniken. Das ist ja auch Weiterbildung und eine Investition in mich selbst.

Mystiker – Der innere Weg zu Gott

Im Gemeindehaus, wo die Posaunenchor-Proben stattfinden, liegen lauter Zeitschriften aus. Eine davon ist das Sonntagsblatt. Da habe ich eine Werbung drin entdeckt für eine 52 wöchige Sonderedition zum Thema Mystiker. Weil die schon an Ostern begonnen hat, bin ich natürlich zu spät dran. Auf der Website habe ich aber entdeckt, dass es diese Sonderedition als Buch zusammengefasst gibt. Das habe ich mir jetzt bestellt und bin schon ganz neugierig auf die Lektüre. Was ist christiliche Mystik, welche bekannten Persönlichkeiten gibt es und wie sieht Mystik im Alltag aus. Ich bin noch auf der Suche nach meinem Platz in diesem Christsein und habe so ein vages Gefühl, dass ich mich bei den Mystikern am wohlsten fühlen könnte (sollte ich mich überhaupt je für etwas entscheiden müssen).  Ich bin also schon ganz gespannt, in welche Gefielde mich das Buch führen wird. Es klingt auf jeden Fall sehr interessant.

Longing to Belong

Mich beschäftigt immer noch und immer wieder meine Sehnsucht nach Gemeinschaft, mein longing to belong. Zwar bin ich bereits Teil verschiedener Gemeinschaften, aber keine davon im spirituellen Sinne. Und dieser Aspekt fehlt mir. Nun lässt mich der Gedanke nicht los, wenn etwas fehlt und ich es in meinem Leben haben möchte, warum ich es dann nicht selbst erschaffe und anbiete – ein Abschluss-Satz am Feuer, den ich noch vom letzten Frauencamp vor zwei (?) Jahren im Ohr habe. Trag deine Samen in die Welt. Wenn ich einen Hauskreis suche, warum erschaffe ich mir nicht einen eigenen? Mit großem Interesse lese ich da auch immer Berichte der Jahreskreistreffen von Jana.

Dann frage ich mich: Kann ich das? Bin ich (gut) genug? Weiss ich genug oder kann ich auch als Suchende einen Kreis leiten? Scheitere ich an meinen eigenen Erwartungen? Wie beginne ich sowas? Wie finde ich Menschen, die sich mit mir austauschen wollen? Welchen Rahmen stelle ich mir vor? Kann sowas auch Online stattfinden? Was genau wünsche ich mir eigentlich? (Sowas wie einen Lesekreis, wo man gemeinsam was liest und sich darüber ausstauscht? Gemeinsam Beten, Meditieren, Reden, Singen, Unternehmen? Mit oder ohne feste Struktur? Mit Vorbereitung und Aufgaben? Einfach locker flockig?) Wie macht man sowas? Wie leite ich eine Gruppe? Ist das nicht eine Bürde und zuviel Verantwortung? usw usw

Musik

Neulich habe ich auch in einer der im Gemeindehaus ausliegenden Zeitschriften einen schönen Satz gelesen, der so simpel wie ansprechend war: „Musik ist eine Himmelsmacht“. Das spüre ich beim Mantra singen wie beim Trompete üben (nicht, dass es da schon was wohlklingendes gibt…). Ich spüre vorallem Begeisterung. Und Begeisterung ist so ein starker Motor und Antrieb. Es macht mir so sehr Spaß, etwas komplett neues zu lernen, mich auf ein Instrument einzulassen und von Anbeginn nochmal Schülerin zu sein und in Babyschritten, mit Fehlern, Frust und Freude mir etwas zu erarbeiten. Ich lerne dabei übrigens nicht nur Trompete spielen, sondern auch ganz viel über mich selbst. Sapnnend! Gestern hatte ich meine erste Einzelstunde. Was war ich aufgeregt. Was hat es Spaß gemacht! (Jetzt versuche ich zu Hause vibrierende Summgeräusche in verschiedenen Tonlagen mit den Lippen zu machen. Es wird nicht langweilig hier.)

Kurz notiert

  • was ich gerade lese: Was man von hier aus sehen kann
  • und als Hörbuch: Alte Sorten (als Teil des Lesekreises auf Instagram)
  • was ich stricke: die zweite Glitzersocke mit Lace-Muster (meistens während ich abends mit dem Sterngucker Boss Baby gucke – ich hoffe, wir sind bald durch damit)
  • woran ich arbeite: ein Trauspruch, ein Handlettering-Onlinekurs für September, ein Artikel für das Handschrift Magazin, zwei Flyer-Serien für Kunden
  • was schön ist: Trompete üben, Ausschlafen, Schöfferhofer Grapefruit, Gartenschätze, Post bekommen und Post verschicken, Urlaubs-Messages von der Freundin aus Schweden und der Tochter aus Norwegen, die Onlinekurse, die ich gebucht habe (Bone Script, Ben Shahn Lettering, Hand Drawn Typographic Portraits, Ultimate Lettering Masterclass), mein August Art Journal

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

2 Kommentare

  • judith

    Liebe Ramona,

    zu Deinen Gedankenaustauschskreis-Gedanken fällt mir spontan ein: warum allein die ganze Verantwortung, die ganze Vorbereitung übernehmen?
    Das hat Vorteile, natürlich – alleinige Kontrolle, alleinige Entscheidungsmöglichkeiten in Bezug auf mögliche Themen, Ausgestaltung etc. Ist aber wahrscheinlich auch viel Arbeit. Könnte man die Vorbereitung und die Leitung der einzelnen Themen aber nicht vielleicht rotieren lassen?
    Du kannst ja immer noch die Rahmenbedingungen bestimmen in Bezug auf die thematische Ausrichtung, die Grundstruktur, das Setting etc, aber innerhalb von diesem Rahmen könntest Du dann einiges an Aufgaben abgeben, so dass Du wenn Du möchtest, aber eben nicht immer die Leitende sein würdest, sondern manchmal einfach auch nur die Teilnehmende? Vielleicht entspannt das Dich und vielleicht bringt das „Outsourcen“ ja auch einige positive Überraschungen, was andere so an Ideen in Bezug auf Ideen, Umsetzung etc. mitbringen?
    Muss ja nicht immer sein, aber vielleicht einmal Du, einmal jemand anders, oder: erst mal Du, und wenn sich ein harmonierender Kreis gefunden hat und Du die Teilnehmenden etwas kennst und einschätzen kannst, dann nach und nach auch andere Leute?
    Ist vielleicht etwas riskant und vielleicht ist es nicht immer, wie Du es gemacht hättest, aber vielleicht gerade deshalb spannend?

    Viele Grüße
    Judith

  • Jademond

    Ah danke. Na das sowieso. So kenne ich das auch aus anderen Hauskreisen und Jahreskreistreffen. Soweit war ich noch gar nicht in meinen Überlegungen :)

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