Die umgekehrte Löffelliste und dein Erfolgsjournal

Die umgekehrte Löffelliste und dein Erfolgsjournal

Im Zeitschriftenladen gibt es eine Zeitschrift, die mich die letzten Male beim Durchblättern sehr angesprochen hat. Sie heisst „New Spirit. Inspirationen und Denkanstöße für ein glücklicheres Leben.“ Ich habe sie mir jetzt schon das ein und andere Mal gekauft. Sie hat ein klares, ruhiges Layout, schöne Themen, Fotos und Illustrationen, und wird nicht durch Werbung unterbrochen. Großzügige Weißräume in der Gestaltung lassen das Auge zur Ruhe kommen. Die Zeitschrift strahlt aus, was sie inhaltlich rüberbringen möchte. Es gibt sogar einen Ableger für Teenager. Teen Spirit.

In der aktuellen Ausgabe gibt es einen Artikel über Bucket Lists, oder zu deutsch Löffellisten. Jene Dinge, die du irgendwann mal in deinem Leben gemacht haben möchtest bevor du stirbst. Im Buch der Möglichkeiten habe ich das Thema bereits aufgegriffen. Der andere Ansatz ist auch sehr spannend: eine „umgekehrte“ Bucket List. Zurückblicken und notieren, welche Errungenschaften und Erfolge du schon in deiner Vergangenheit hattest. Es ist nämlich leicht, sich immer nach dem zu sehnen, was man nicht hat. Selten schauen wir zurück, klopfen uns selbst auf die Schulter und wertschätzen, was wir schon erreicht haben.

Denke lieber an das, was du hast, als an das, was dir fehlt!
Suche von den Dingen, die du hast, die besten aus und bedenke dann, wie eifrig
du nach ihnen gesucht haben würdest, wenn du sie nicht hättest.
– Mark Aurel

Auch Bodo Schäfer schlägt diese Art der Liste in seinem Erfolgsjournal vor. Er geht sogar noch weiter und regt an, zusätzlich zu notieren mit welcher deiner Eigenschaften und Fähigkeiten dir diese Erfolge gelungen sind.

Der neue Blickwinkel hilft dir, dich selbst einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Schon Erreichtes und Gemeistertes zu wertschätzen zahlt auf das Konto deines Selbstwertgefühls ein. Dieser positive Blick zurück stärkt deinen Glauben an dich selbst und hilft dir, dich für künftige Vorhaben zu stärken. Diese Art der Dankbarkeit und Wertschätzung schulen einen ganzheitlicheren Blick. Du wirst dir deiner Stärken und deines Wertes bewusst, lernst deine Fähigkeiten neu kennen und einzusetzen. Das hilft dir bei neuen Aufgaben, im Vorstellungsgespräch oder für persönliche Vorhaben.

Die umgekehrte Löffelliste

Gehe doch mal von der Kindheit bis heute dein Leben durch. Welche großen und kleinen Ereignisse fallen dir ein, die du geschafft hast und dir notieren möchtest? Es müssen nicht immer riesige Meilensteine sein. Auch kleine Momente können oft groß sein. Alles zählt. Wichtig dabei ist, dass es nicht um Vergleiche mit anderen geh. Diese Liste einzig für dich allein. Es kann dir helfen, verschiedene Lebensbereiche zu beleuchten: persönliche Errungenschaften, berufliche Erfolge, realisierte Träume….

Wo warst du mutig, hast dir etwas getraut? Wo bist du durch eine Krise gegangen? Was hat dich gestärkt und wo bist du auch mal über dich hinausgewachsen? Denke an Sprachen, Instrumente, Schulabschlüsse, Situationen, Prüfungen, Abenteuer, Fitnessziele, Beziehungen u.s.w.

Nimm dir Zeit, deine Liste nach und nach wachsen zu lassen. Lass ausserdem Platz, um sie mit kommenden Erfolgen zu ergänzen.

Erfolgsjournal

Im Erfolgsjournal hälst du nicht nur, wie oben erwähnt, vergangene Erfolge fest, sondern jeden Tag deine kleinen und großen Erfolge und guten Dinge, die dir begegnet sind. Das können ganz vermeintlich banale Dinge wie ein freundliches Gespräch an der Supermarktkasse oder ein Lächeln eines fremden Menschen sein, aber auch Care-Arbeit für die Familie (drei Waschmaschinenladungen, warmes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung) und berufliche Erfolge (neuer Auftrag, schwieriges Telefonat gemeistert, Projekt abgeschlossen). Gerade für Menschen, die wenig Anerkennung für ihre täglich geleistete Arbeit daheim gekommen, finde ich es sehr wichtig, sich aufzuschreiben, womit der Tag eigentlich rum geht. Diese vielen kleinen, vielleicht oft unsichtbaren, und doch unverzichtbaren Wertvolligkeiten des Alltags anerkennen und wertschätzen. Sich selbst bewusst machen: ich bin wertvoll.

Probiere das mal eine Weile lang: Schreibe auf, was dir Gutes passiert, was du geschafft hast, was du bemerkenswert findest. Am Anfang fällt dir vielleicht nichts ein. Je öfter du das trainierst, desto weiter kannst du deinen Blick ins Detail zoomen und auch kleine Erfolge und schöne Momente dankbar wertschätzen und darin erkennen, wie wertvoll du bist.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie beim Frisör steht jetzt hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier.

Ein Gedanke zu „Die umgekehrte Löffelliste und dein Erfolgsjournal

  1. Liebe Ramona
    ich liebe, liebe deinen Blog und deine Gedanken und schönen Bilder, ob fotografiert oder gemalt.
    Bis vor 2 Tagen hätte ich dem oben zugestimmt und anerkennend genickt. Anerkennen, was man geleistet hat und darauf stolz sein. So habe ich meine 1. Bewerbung gemacht, stolz und notiert, was in 20 Jahren zuhause arbeiten so sozial gelaufen ist. Die Stelle auf einem Pfarramt wäre toll gewesen. Nun heute die Absage, zuwenig Erfahrung, kein Büroerfahrung und so weiter und so fort. Da kann man noch lange sich selber schätzen und positiv dahinter gehen, auf dem Arbeitsmarkt zählt das heute leider nichts mehr. Die Arbeit zuhause und mit einem autistischen Kind, für die Katze, wenns um einen neuen Job geht und das tut weh.
    Mal schauen, was das Leben noch so bereit hält für mich…
    (ich muss eben wieder arbeiten gehen)

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