3 Stunden – über meine effektive Arbeitszeit

3 Stunden – über meine effektive Arbeitszeit

Seit Schuljahresbeginn hat sich mein Rhythmus und mein Zeitmanagement etwas verändert. Der Sterngucker geht nun zur Zwergerlgruppe. Die Eingewöhnung war schnell und unkompliziert. Für mich bedeutet es, daß ich jetzt zweimal pro Woche 3 Stunden Arbeitszeit am Stück habe. Man glaubt gar nicht, was das an Effektivität bringt. Durch den neuen Rhythmus haben sich aber auch seine Schlafenszeiten verschoben, sodass er an den anderen Tagen nicht mehr vormittags von 11-13 Uhr schläft, sondern erst gegen 14 Uhr, wenn seine Geschwister schon da sind. Oder auch mal gar nicht. Ich habe also an Arbeitszeit nichts dazugewonnen, sondern sie lediglich auf zwei Tage und Zeit am Stück verschoben. Denn wenn der Sterngucker hier herumwuselt, schaffe ich maximal Haushalt und Dinge, die ich nicht am Computer tun muss, oder wo ich keine langen Denk- und Einarbeitungszeiten brauche.

Produktiv Arbeiten ohne Ablenkung
Nun ist es eine Disziplinsache, die 3 Stunden Arbeitszeit auch wirklich zu nutzen. Sich nicht ablenken lassen von Befindlichkeiten und Notwendigkeiten. Ich könnte nach dem perfekten Badspiegel suchen und würde locker eine Stunde verbraten. Ich könnte aber auch zielorientiert an einem Produktblatt für einen Kunden arbeiten. Momentan schaue ich noch, wie ich am effektivsten so viel wie möglich in den drei Stunden schaffen kann. Da stehen so viele Sachen auf meiner To-Do-Liste.  Eine Freundin riet mir vor langer Zeit mal, zu einem 15 Minuten System. Sie stellte sich den Wecker und arbeitete jeweils 15 Minuten am Stück nur an einem Projekt. Ohne Ablenkung, ohne hin- und herzuspringen. So ähnlich habe ich es auch bei Maria gelesen. In kurzen Abständen mein Bestes geben. Ich werde das mal versuchen. Für manche Projekte ist es auch notwendig, einen längeren Zeitraum als 15 min einzuplanen, ganz klar.

Wie kannst du am produktivsten an einem Projekt arbeiten? Was funktioniert für dich am besten für effektive Arbeitszeitnutzung? Was findest du am schwierigsten bei deinem Zeitmanagement?

9 Gedanken zu „3 Stunden – über meine effektive Arbeitszeit

  1. Dieses 15-Minuten-System klingt nach einer guten Idee – außer bei Projekten, die länger brauchen, wie du es selbst bereits schriebst. Mein Problem ist meist nicht die Theorie, also mir zu überlegen, wie ich meine Zeit effizienter nutzen könnte, sondern die Umsetzung. Das habe ich zuletzt stark während meiner Bachelor-Arbeit gemerkt. Es gab Tage, da war ich ganz in die Arbeit vertieft, ganz gefesselt. Dann gab es jedoch auch Tage, da ließ ich mich ständig ablenken, prokrastinierte, etc. Gegen die Prokrastination im Internet habe ich dann ein Plugin installiert, welches bestimmte Seiten (Twitter, Facebook, Bloglovin‘, …) zu bestimmten Zeiten für mich blockt. Das Passwort habe ich einfach den Liebsten eingeben lassen, so konnte ich es nicht umgehen. ;) Schon lustig, wie man sich manchmal selbst versucht auszutricksen. :)
    Ich wünsche dir ganz viel Produktivität und Muße zum arbeiten,
    viele liebe Grüße vom Fuchsfräulein

  2. ohje, ein schwieriges thema. für alle. als ich im april bemerkte, dass es so nicht wetergehen kann (nach 6 wochen arbeiten am stück), habe ich mir den freitag als „freja-tag“ – also freien tag eingetragen, denn ich arbeite oft auch am wochenende. so versuche ich alles was in der woche anliegt, montags zu erledigen. natürlich funktioniert das nicht komplett, aber die restliche woche wird dann etwas entzerrter und ich gönne mir eher die ein oder andere ablenkung. am meisten reißen mich anrufe raus. ich versuche auch immer wieder neue zeitsysteme. die 15-minuten-idee finde ich gut. allerdings würde ich sie auf 20 minuten erhöhen.
    schönes arbeiten wünscht
    natascha

  3. Das mit dem „15 Minuten nichts anderes machen“ scheitert spätestens mit dem nächsten Telefonklingeln. Am effektivsten arbeite ich zu Zeiten, in denen meine Kollegen und Kunden nicht arbeiten – und mich damit auch nicht von der Arbeit abhalten können ;)

  4. Nach einigem Rumgeeiere habe ich für mich rausgefunden, daß ich durchaus genug Selbstdisziplin zum Arbeiten aufbringen kann. Voraussetzung ist allerdings, daß ich das Kind versorgt weiß (Krippe oder Mann, bevorzugt außer Haus) und eine konkrete Aufgabe habe (bestimmtes Projekt, eigene Buchführung oder Rechnung schreiben z.B.). Ich mache mir dann eine realistische Liste, was ich in der zur Verfügung stehenden Zeit schaffen kann, und schreibe ganz unten Dinge hin, die nice-to-have wären, falls wider Erwarten die dringende Arbeit schneller geht oder ich unerwartet mehr Zeit zur Verfügung habe (z.B? Mann und Kind bleiben länger aufm Spielplatz). Dann kann ich gut Scheuklappen anlegen und mich unter meiner Käseglocke verkriechen, d.h. alles andere tatsächlich ignorieren, auch wenn der Stapel mit dem Zeug, das ich mal bei Gelegenheit sortieren müßte, verlockend neben mir liegt und ich auf die eigentlich zu erledigende Aufgabe nicht mag.

    Ich mache dann immer mal kurze und lange Sachen im Wechsel, das gibt mir das Gefühl, immerhin ein paar Sachen geschafft zu haben und nicht „bloß eine“, wenn ich meine dringenden Punkte doch nicht alle schaffe.

    Diese Art des Arbeitens halte ich ca. 3h am Stück aus, dann brauche ich ne Pause. Und im Büro bin ich nicht so effektiv wie zu Hause, alerdings muß ich zu Hause auch wesentlich weniger telefonieren, das hilft.

  5. Das ist tatsächlich eine sehr gute und effektive Methode, die sich POMODORo-Methode nennt. Wie der Küchenwecker, den man einstellen kann. Es gibt dazu sehr gute Bücher und auch Apps, mit der man seine „Pomodori“ planen und zählen kann….

    http://www.amazon.de/Die-Pomodoro-Technik-Praxis-einfache-erledigen/dp/389864717X/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1413550315&sr=8-1-fkmr0&keywords=pomodoro+arbeitstechnik

    Dort werden übrigens 25 Minuten pro Tomate empfohlen, ich empfinde das als eine sehr gute Zeit. Man kann damit auch super Haushaltstätigkeiten planen…..

    Herzliche Grüße von einer treuen und sonst stillen Leserin,
    Jasmin

  6. Liebe Ramona,

    dieses Gefühl kenne ich auch, möglichst viel in relativ begrenztem Zeitrahmen „wegzuschaffen“. Als Lehrerin habe ich je nach Situation zusätzlich zu den Schulvormittagen noch einmal 15 – 20 Stunden Schreibtischzeit, die ich abends und an einem Wochenendtag leiste. Dabei funktioniert der Wochenendtag deutlich besser als die Abendtermine, weil ich abends in der Regel müde und erledigt bin. Samstags übernimmt mein Mann die Kinder, sonst wäre dieser Tag nicht machbar. Ideal finde ich die Wochenendarbeit nicht, zumal ich auch gerne einmal das Gefühl hätte, wirklich den Kopf frei zu haben, aber in unserer jetzigen Situation mit den Kindern ist es das einzige Modell, das wirklich funktioniert.

    Die Gefahr des Prokrastinierens droht natürlich immer, aber ich habe festgestellt, dass ein leerer Schreibtisch bei mir Wunder wirkt. Außerdem verbiete ich mir konsequent das Internet, außer um Dinge nachzulesen, die ich für die Vorbereitung benötige. Was hilft, ist, dass ich gerne arbeite und mir selber das Leben mit einer guten Vor- und Nachbereitung deutlich erleichtere. Allerdings war das ein Lernprozess ;-)

    Wie steht es mit der Möglichkeit, dass dein Mann dir regelmäßig an einem festen Tag zumindest die beiden Jungs abnimmt?

    Herzliche Grüße
    Frau Weh

  7. Hallo Ramona,

    mein Kollege im Büro nutzt ColdTurkey (http://getcoldturkey.com/), um sich vom Prokrastinieren abzuhalten. Allerdings hat er generell zu viele (andere) Baustellen… Und eine andere Kollegin hat letztens von der Pomodoro-Technik erzählt, bei der man in 25 Minuten-Intervallen arbeitet und anschließend 5 Minuten Pause fern des Schreibtisches einlegt. Für meine Arbeitsweise ist das allerdings zu starr…
    Bei mir funktioniert schon immer Musik über Kopfhörer am besten. So kann ich hier zu Hause in der Zeit, die das Kind bei den Großeltern verbringt, effektiv arbeiten. Außerdem bin ich über das Kabel quasi an den Rechner „gebunden“ und laufe nicht mal eben zur Waschmaschine oder in die Küche.

    Liebe Grüße,
    frauke

  8. Ich lese seit einiger Zeit mit, bisher aber immer nur passiv. Das effiziente Nutzen von der Zeitinsel wenn der Kleine in der Kita ist kenne ich auch. Mir hat geholfen, dass ich die 4 Stunden nicht zu Hause verbringe, sondern in der Bibliothek. Dort bin ich nicht abgelenkt (kann nicht putzen ;-)) und die produktive Atmosphäre der anderen steckt mich an. So kann ich wirklich 4 Stunden am Stück durchpowern :-) Vielleicht wäre das auch was für dich?

  9. Sich zu Hause nicht ablenken zu lassen und fokussiert zu arbeiten ist eine der schwierigsten Sachen überhaupt. Ich finde es unheimlich toll, dass du da deinen Weg suchst und findest und es ganz offensichtlich schaffst! Denn gerade in so einer kurzen Zeitspanne muss halt auch grad die Muse da sein und die Energie…
    Alles Liebe, Katharina

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