Alles zu seiner Zeit

Alles zu seiner Zeit

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Der Umzug hier nach Bayern ist mir nicht leicht gefallen*. Liebgewonnene Menschen und Orte, aber auch Gewohnheiten zurücklassen, neu beginnen, sich alles wieder zurechtrücken. Wenn mich jetzt Freunde treffen und mich fragen, wie es mir jetzt geht, dann antworte ich immer: wenn innen drin alles passt, dann kann man sich überall wohlfühlen.  Und bei mir passt es innen drin wieder. Ich habe mich zurecht gerappelt, meine Mitte so im Groben wieder gefunden (na klar gibt es auch wackelige Tage). Aber ich merke, daß alles, was ich zum Wohlfühlen brauche, so nach und nach zu mir kommt. Ich treffe die Menschen, die mir wichtig sind, die mich weiter bringen, die das Leben rund machen. Und nur deshalb kann ich auch hier ein Haus bauen. In der oberbayrischen Pampa, inmitten mir fremder bayrischer Folklore. Denn auch inmitten dieser so anderen Kultur finde ich Anschlusspunkte und gleiche Wellen.
Da war/ist unser Gemüseabo, die Hebamme, die mich durch meine Schwangerschaft begleitet hat, der wunderbare Kindergarten des Wolfes, einige Kinderfreunde-Eltern, mit denen wir gut können. Und nun hat sich daraus unser grad entstehender Frauenkreis entwickelt. Und ich habe hier im Ort eine Yogastunde gefunden. Es ist zwar kein Kundalini Yoga, aber die Teststunde letzte Woche hat mir gleich so gut getan, daß ich gestern wieder da war und mir eine 10er Karte gekauft habe. Und so ergibt sich eins ums andere. Es treten Menschen und Ereignisse in mein Leben, die mir genau das bringen, was ich gerade brauche, sei es Reibung oder Unterstützung.

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Ich bin sehr dankbar.

Welche Besonderen Begegnungen hattest du in letzter Zeit, die dir in Erinnerung geblieben sind oder die dich besonders berührten oder bewegten?

*Umzugsnachlese:

13 Gedanken zu „Alles zu seiner Zeit

  1. Hallo Ramona, wie schön zu lesen, dass Du ankommst. Ich unterschätze bei jedem Umzug (Berlin – Düsseldorf – Sydney – Hamburg) wie lange es dauert, bis die Seele hinterherkommt und man sich heimatlich fühlt. Die erste Zeit ist ein Rausch, alles ist neu und man ist so offen dafür, doch dann merkt man, wie langsam eben die Wurzeln wachsen und dass Freundschaften Reifezeit benötigen. Danke für Deine Geschichte und die wundervollen Frühlings-Aufbruchs-Bilder! Liebe Grüße von Lena

  2. Als wir in unser Wohnprojekt gezogen sind freute ich mich vor allem auf die vielen Kinder für unsere Kinder. Jetzt merke ich, dass ich sehr viel gern mit den Älteren, deren Kinder schon erwachsen sind, zusammen bin. Weil sie andere Gesprächsthemen in mir hervorkitzeln.

    Solche Begegnungen bereichern mich oft mehr als Nachmittage mit den anderen Müttern im Spielraum. Interessanterweise interessieren sich diese Menschen auch mehr für meine Arbeit, als die Eltern. Aber das hat sicher mit einer gewissen Selbstschutzhaltung zu tun, denke ich. Fand ich jedenfalls eine interessante Erkenntnis.

  3. Das ist so schön zu lesen.
    Ist hier ja auch gerade Thema.
    Bi mir stimmt leider momentan gar nichts :(
    Ich vermisse die alte Stadt und die Menschen die ich dort hatte.
    Hier habe ich niemanden, fühle mich unwohl, mag die Leute nicht, finde mich in die Gegend nicht ein und nun auch noch dieser riesengroße Ärger mit dem Kindergarten.
    Ich habe nur noch Bauchschmerzen und mag nicht mehr :(

    Und ich frage mich nun immer: kann es noch schön werden, muss ich mich nur zusammenreißen und dafür arbeiten dass alles schön wird? Oder fliehe ich zurück, koste es was es wolle?
    Aber was ist dann? Werde ich dann glücklich? Werden wir glücklich?

    Entschuldige, dass ich nun hier so jammere, sprudelte gerade so…

    Ich freue mich unheimlich für Dich dass Du Dich so zu Hause fühlst :-)

    Alles Liebe

    Tina

  4. Gerade gestern habe ich mit meiner Tochter das Buch über den Wurzelpeter zu Ende gelesen. Der kleine Wurzelpeter konnte niergendwo eine Heimat finden. Bis eine schöne Pilzgemeinschaft ihn aufnahm. Erst im Frühling konnte er wieder Kraft finden. Und als er aufblühte, war die ganze Waldumgebung von ihm angetan. Es war ein Seidelbastpflänzchen.

    Es ist richtig, es braucht Zeit, um Wurzeln zu schlagen. Diese Zeit kann anstrengend, aber zugleich interessant sein. Und ja, es ist so wichtig, dass man sich wohl fühlt. Danke für den schönen Beitrag, regt zum Nachdenken an.

    LG Julia

  5. Ich freu mich jedesmal, wenn ich konkret oder zwischen den Zeilen lese, dass es Dir gut geht, Du Dich hier wohlfühlst (fast hätte ich schon „hier bei uns“ geschrieben :-)).

  6. Wie wunderbar, dass du so langsam in der “neuen Heimat“ angekommen bist. Meine Erfahrung ist auch, dass es zwar von Umzug zu Umzug länger dauert, dass man aber irgendwie dann doch die passenden Menschen trifft.
    LG, Micha

  7. vielen dank für den beitrag, der sehr gut zu unserer jetzigen situation passt und mich aufmuntert (s. mein blog)
    liebe grüße und viele schöne begegnungen in der frauengruppe
    linnea

  8. Ich vermisse immer noch die Gegend, die mir lange Heimat – Bayern ;) – und beneide glühend alle, die dort, in der Nähe der Berge, leben dürfen. So schnell ist man „draussen“, so schnell in der Natur, beim Wandern, kraxeln, wunderbar. Und für die Kinder ohnehin so toll. Ich bin jetzt über 10 Jahre am neuen Ort, in der Mitte der Großstadt und bin eigentlich immer noch nicht ganz heimisch. Ich vermisse vor allem diese Natur. Ansonsten freue ich mich schon über die Vielfältigkeit der Menschen, das ist schon etwas ganz anderes als „da unten“. Wobei ich immer finde, in Bayern am Land, da gibt es genug „Gspinnerte“, schräge Vögel, die ihr eigenes Ding machen, da kann man auch inmitten der Folkloristischen sein Plätzchen finden. Da haben andere vor 30 Jahren den Weg bereitet.

    Begegnungen, die mich besonders berührten?
    Vielleicht immer wieder die mit meinen Schülern und Schülerinnen. Da gibt es jede Woche immer einige Begegnungen, die mir sooo wertvoll sind. Da wachse ich selbst immer dran. Und das finde ich wunderschön, dass ich mit den Schülern in so eine Beziehung treten kann, dass das möglich ist.

    LG
    Sh

  9. Ich freu mich sehr für dich, dass es dir gut geht in deinem neuen Zuhause. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht ist, als Stadtkind aufs Land zu ziehen. Aber du hast ganz recht, daheim kann überall sein, wenn man mit sich selbst im Reinen ist (und mit denen, mit denen man direkt zusammen lebt).
    Alles Liebe, Katharina

  10. Dieses Thema finde ich auch ganz schwierig: Umziehen. Sich umkrempeln lassen mit allem, was man selber umkrempelt. Davor habe ich schreckliche Angst, und genau die steht mir im Weg, wenn ich versuche, meinem Lebenstraum vom Leben auf dem Lande in einem kleinen Hof näher zu kommen. Denn das würde bedeuten, vielleicht weit weg zu ziehen. Die Kinder zu entwurzeln. Keinen mehr zu kennen. Ins Ungewisse zu stürzen.
    Dabei hast du so Recht; wenn es innendrin gut ist in einem, dann ist man überall daheim. Und ich glaube, bis zu einem gewissen Grad wird es Kindern ganz ähnlich gehen: Wenn die Eltern stabil und zentriert und geerdet sind, dann sind sie es (oftmals, nicht immer wahrscheinlich) genauso.
    Viele schöne Neu-Begegnungen wünsche ich dir! Und ganz viel Stabilität udn Heimat im Inneren! Und; die Aussicht ist UMWERFEND!!!
    herzlichst
    Bora

  11. Sehr schön geschrieben – habe auch schon einige Umzüge hinter mir und wir sind jetzt (hoffentlich) hier in unserem Häuschen angekommen. Meine Tochter ist auch hier geboren, das macht das ganze noch mehr zu Heimat.
    Viele Grüße aus einem Dorf nicht weit entfernt (Oberpfr*),
    Dani

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