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Die Frage nach dem Sinn

Bevor die Ferien anfingen, war ich auf einem pädagogischen Vortrag an der Schule des Wolfes. Der Vortrag war sehr lang und umfassend und schwer greifbar. Ich habe mir einige Notizen gemacht von Aussagen, die ich gerade in dem Moment wichtig fand, die mich berührten oder zum nachdenken anregten.

In erster Linie ging es in dem Vortrag um GESTIK. Wie wir mit Gesten unseren Gedanken eine Kraft geben und andere dazu bringen können, unsere Gedanken aufzunehmen. Aus unserem inneren Willen wird eine äußere Bewegung, die das Gegenüber aufnimmt und verinnerlicht. „Da schau, der Mond!“ Wir zeigen mit dem Finger auf dem Mond und unser Gegenüber folgt unserem Finger und sieht, was wir sehen. Wir teilen. Wir verbinden uns.

Jeder Mensch ist eine Geste.

Es ging auch um die Kraft der Gedanken.  Wie toll wir im Denken sind, was wir alles erdenken, überdenken, bedenken. Wie wir uns aber der Antwort auf die eigene Sinnfrage nicht nähern können. Da kommen wir an die Grenze unseres Denkens. Da erleben wir Dunkelheit und Resignation.

Den Sinn erleben wir einzig im Tun. (Diese Aussage hat ein Schüler der 10.Klasse in die Runde geworfen) Im Handeln erleben wir uns.

Und das ist genau, was ich erlebe. Tiefe Erfüllung, wenn ich schaffe. Wenn ich schreibe und kalligrafiere, im Garten grabe, schwimme, mich spüre. Dann bin ich eins mit mir. Dann muss ich mich nicht nach dem Sinn fragen. Dann bin ich einfach.

Ich fand den Vortrag in seinen zahlreichen Facetten eine wunderbare Ergänzung zu meiner gedanklichen Auseinandersetzung mit meiner Sinnkrise.

Ein Kommentar

  • Meeresrauschen

    Das stimmt, etwas machen, etwas erschaffen. Das erfüllt mich auch und macht mich zufrieden. Und wenn ich zufrieden bin, dann hinterfrage ich auch nicht, ob das Leben Sinn ergibt. Dann bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und erfreue mich am Augenblick. (Aber wenn ich mich dann hochbeuge und alles aus der Entfernung betrachte… Ich versuche es einfach zu vermeiden.)
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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