Er ist da – eine verrückte Begegnung

Er ist da – eine verrückte Begegnung

Lange Zeit brodelt nun schon in mir ein Thema, wo ich immer noch nach Worten suchen muss, um darüber zu schreiben. Und doch merke ich, dass es raus möchte, wohlwissend, dass ich in diesem Blogpost nicht annähernd ausdrücken kann, was in mir los ist. Ich will aber darüber schreiben, mich mitteilen, es in die Welt rufen. Weil es für mich ein einschneidendes und realitätsveränderndes Erlebnis war und etwas mit mir gemacht hat. Ein Erlebnis, was meinen Glauben, meine Weltsicht und mich ordentlich durchgerüttelt und auf den Kopf gestellt hat.

Möglicherweise klingt das alles sehr verrückt. Das ist es auch. Es fühlt sich aber auch konkret und real an.

Komm, sag es allen weiter. Ruf es in jedes Haus hinein.

(Seit dem spielt dieser Text in meinem Kopf in Dauerschleife)

In den vergangenen Monaten, seit Oktober, ging es mir gar nicht gut. Ich bin durch so ein dunkles Tal gegangen mit körperlichen Angstsymptomen, Panik und Schwäche. Ich habe meine Alltagsaktivitäten runtergefahren und viel geweint. Spaziergänge waren ein Anker, da ging es mir besser, da konnte ich mich regulieren.
Auf einem der Spaziergänge, Ende November – ich spürte schon vorher etwas in mir brodeln – hatte ich eine beeindruckende Begegnung mit Jesus. Ich, die keine Christin war, die zwar an Gott glaubte, aber keinen Jesus brauchte, und der sich das ganze drumherum gar nicht erschloss. Jesus, der ist doch am Kreuz gestorben. Tot. Wie soll der mir begegen? Ich kann es nicht erklären. Er ist da. Das kann der Verstand nicht verstehen. Das kann nur das Herz.

Ich weinte einmal mehr, aber diesmal nicht aus Verzweiflung, sondern von diesem schönen Gefühl im Herzen, im ganzen Körper. Die Begegnung hat mich aufgewühlt. Ich zweifelte an meiner geistigen Gesundheit, glaubte nun endgültig verrückt zu werden (zusätzlich zu meinen Angstsymptomen) und hinterfragte mit zunehmenden Abstand zu diesem Tag meine Wahrnehmung.

Und doch ist da etwas geblieben. Ein Sinn. Ein tiefes Wohlgefühl, was mich durch all die vergangenen dunklen Monate getragen hat. Was mich auch jetzt noch trägt, wo die schlimmsten Symptome überstanden sind. Wo ich wieder reisen und Verabredungen treffen kann, ohne zitternd und weinend zusammenzubrechen. So verrückt das alles klingt: Jesus ist geblieben. Wir lernen uns kennen. Ich habe Fragen und verstehe vieles noch nicht. Ich suche meinen Platz in diesem Christsein, was für mich – wie ich gestehen muss- mit so vielen Vorurteilen und Schubladendenken behaftet ist. Aber ich wehre mich auch nicht mehr, sondern bin interessiert und offen.

Auch wenn ich weiss, dass das Thema vielleicht nicht einfach ist, verschreckt oder trennt, möchte ich offen darüber schreiben und sprechen. Weil es was mit mir macht. Weil ich Austausch und Reflexion suche. Ich selbst habe da viel zu lernen und zu ordnen, mein Weltbild neu zu gestalten und meinen Weg zu finden.

Es ist schön, diesen neuen Weggefährten zu haben. Führung im Lebenstanz. Einen Anker. Aufregend, faszinierend und neu, wie am Anfang einer Beziehung :)

15 Gedanken zu „Er ist da – eine verrückte Begegnung

  1. Liebe Ramona,
    wow, wow, WOW! Ich freu mich so für dich. Und ich kenne das – eine Begegnung mit Jesus, die lässt einen für immer verändert zurück.
    Ich wünsch dir ganz viel Weisheit beim Sortieren, dass dieses Gefühl noch lange bleibt und Christen mit weitem Herz, die den Weg mit dir gehen.
    Fühl dich gedrückt!
    Veronika

  2. Ich sitze staunend hier, da ich mit diesen Dingen so gar nichts anfangen kann. vermutlich bin ich einfach zu rational.
    Dabei muss ich zugeben, dasses Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sich nicht rational erklären lassen.
    Also schreib‘ bitte weiterhin darüber, damit ich diese Dinge irgendwann vielleicht doch verstehe.
    Mich würde ja interessieren, wie Deinen Begegnung mit Jesus konkret ausgesehen hat.

  3. Liebe Ramona,in der heutigen Zeit sollte Christsein generell nicht mehr mit Schubladendenken verbunden sein. Jeder findet seinen eigenen Weg, Glauben zu leben und das hat m.E. nichts mit dem sonntäglichen Kirchgang zu tun. Ich bin Gott am nächsten, wenn ich – idealerweise allein- in der Natur bin. Lange Zeit hat mich das sehr irritiert, da ich in einem kleinen oberbayrischen Dorf katholisch sozialisiert wurde, eben mit allem kirchlichen Drumrum. Im Gespräch mit meinem Chef, Prior eines sehr sozial eingestellten Ordens, durfte ich erfahren, dass dieser Weg eben der meine ist, um den Glauben zu leben. Freue dich an deiner Begegnung und lass dich nicht von kirchlichen Vorgaben abbringen, denn das würde ER sicherlich auch nicht wollen.
    Liebe Grüße von einer sehr stillen Mitleserin
    Barbara

  4. Wow, das finde ich ja wirklich spannend. Meine Tochter hat in diesem Jahr ihre erste Kommunion empfangen und ich war daher viel mit ihr in der Kirche. Ich bewundere und beneide jeden, der seinen Glauben lebt oder gar eine Begegnung mit Jesus oder Gott hat. Obwohl ich katholisch erzogen wurde, finde ich da so gar keinen Zugang…
    Wenn es dir also nicht zu intim ist, würde ich persönlich gerne mehr über diese Begegnung hören.
    Ich freue mich sehr für Dich!

  5. Liebe Ramona,

    beeindruckend. Ich wünsche Dir von Herzen viele nahe Momente und stelle mir Dich gerade vor als Ausstellerin auf der Schönkonferenz 2020-darf ich Dich da besuchen? :-) Jenni

  6. Wie wunderbar – danke fürs Teilen! Du hast die Erinnerung an meine eigenen „Begegnungen“ (die ich vielleicht nicht so genannt hätte) wachgerufen. Spannende Wege – alles Gute Dir!

  7. Liebe Ramona, wie wunderschön! Wie zart und berührend, aber auch kraftvoll! Ich danke dir fürs Teilen. Alles Liebe für dich! Nicole

  8. Wie schön! Und wie nachvollziehbar.
    Ich habe im Rahmen des mbcl Kurses „meinen“ Weggefährten gefunden. Es ist mein Bruder, der längst tot ist. Er taucht nun häufig in meinen Meditationen auf und wir führen stille Gespräche. Es ist so unfassbar tröstlich und bereichernd, ihn so an meiner Seite zu wissen. Ich wünsche Dir weiter wundervolle Begegnungen mit Deinem Weggefährten. Alles Liebe! Nadine

  9. Hast du schon mal in Betracht gezogen, eine profunde Psychotherapie bei einem Mediziner (Psychiater oder Neurologe) zu machen? Monatelang Depressionen und Angstzustände zu haben, deutet auf eine psychische Krankheit hin. Das solltest du abklären lassen. Es gibt Hilfe für sowas. In so einem desolaten Zustand ist man sehr offen für spirituelle „Lösungen“ aller Art, die leider nicht das Problem anpacken. Heutzutage muss niemand mehr mit Depressionen leben.

  10. Krass und super spannend. Da schließe ich mich Elisabeth an: vielleicht magst du mehr davon erzählen? So kann ich mir gar nichts unter dieser Begegnung vorstellen.

  11. Du musst dir keine Sorgen um mich machen. Als aufmerksamer Leser meines Blogs weisst du, dass ich den Angstsymptomen mit professioneller Hilfe auf den Grund gegangen bin.

  12. Hallo Ramona,
    Deine Zeilen finde ich sehr spannend – allerdings, ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie diese Begegnung stattgefunden hat! Und wie hast Du das bemerkt, das „ER“ es war ? Aber wenn es Dir geholfen hat – dann ist/war es gut!

  13. Liebe Ramona, ich habe selbst vor ein paar Jahren durch Jesus meinen Zugang zu Gott gefunden, obwohl (oder gerade weil) ich mit der katholischen Kirche schon lange gebrochen hatte. Ich kam durch bibeltreue Freichristen zum Glauben und empfinde das heute noch immer so wie du geschrieben hast – Jesus ist immer da, in meinem Herzen, egal wie es mir persönlich geht, und das ist sehr tröstlich!
    Um ehrlich zu sein, dein Post hat mich zum Weinen gebracht, so sehr hat er mein Herz berührt! Ich lese schon einige Jahre deinen Blog, auch schon vor meiner Bekehrung und es war sehr spannend deinen Weg zwischen den Zeilen mitzuverfolgen! Danke dafür!
    Sehr wichtig neben dem Bibellesen war für mich am Anfang vor allem der Austausch mit gleichgesinnten Christen, sie können wirklich viele Fragen beantworten!
    Alles Liebe und viel Segen auf deinem Weg, Doris

  14. irgendwann sagte ich mal zu gott: ‚tut mir leid, aber ich kann nicht an dich glauben.‘
    seine antwort kam sofort: ‚ das macht gar nichts. es reicht, wenn ich an dich glaube.‘
    soviel dazu :-) ich freu mich für dich.

  15. Meine liebe Jademond, dir ist das Beste passiert was einem passieren kann, dir ist der lebendige, auferstande Herr begegnet. Du hast allen Grund verwirrt und doch so klar zu sein. Ich wünsche dir wunderbare und tiefe Begegnungen mit IHM. Jeden Tag darfst du neu entdecken wer ER ist und wie und das in seiner ganzen Vielfalt…unüberschaubares weites, fruchtbares Land. Nimm dir viel Zeit, du musst gar nichts, ER gibt dir alles. Stell dich am Morgen einfach hin und sage….Hier bin ich Herr, ich bin so gespannt und neugierig auf das was du mir heute zeigen willst. Der Tag gehört dir, führe mich…..ER wird dich an die Hand nehmen. Sei gesegnet und gegrüßt von Susan.

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