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Friday Fives :: Innehalten und Danken

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Wie schnell kann man sich in eine Negativschleife begeben. Sich ärgern über den Autofahrer hinter mir, der mich mit Lichthupe und wilden Gesten nötigt, schneller zu fahren (obwohl es nicht besser geht mit dem Leihauto mit wenig PS bergauf hinter einem Mopetfahrer mit unstetem Gegenverkehr). Oder den Partner, der anders kommuniziert als man selbst und es zu Mißverständnissen kommt. Oder die Familie, die sich hungrig ankeift und die Stimmung zum Nullpunkt bringt.

Man kann aber auch den Fokus auf das Positive richten, die kleinen und großen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Über den Tag verteilte liebe Nachrichten von Freunden, Babygeburtsmeldungen, erledigte To-Do’s, die schon lange auf der Liste brennen, schöne Rückmeldungen und nachträgliche Geburtstagsgeschenke. Aber auch die Freuden ganz von innen heraus. Persönliche Erfolge, kleine Glücksmomente, wenn das Licht die Natur schön beleuchtet und so ein wohliges Bauchkribbeln erzeugt und Selbstliebe aus keinem besonderen Grund.

Meine Friday Fives für diese Woche sind:

Freundschaften. Gesten, Worte, Geschenke, Post. Ich bin umgeben von wunderbaren Menschen, die mich immer wieder wertschätzen und mich mögen. Die sich über mein Dasein freuen. Ich habe eine Studiumsbekanntschaft wieder kontaktiert und nun wollen wir uns treffen und uns über die vergangenen Jahre austauschen. Ich bin vorfreudig aufgeregt. Eine Nachbarsfreundin hat mir noch ein Geburtstagsgeschenk vorbeigebracht und ist eine Weile dageblieben, obwohl ich nichtmal Kekse zum Anbieten hatte. Sollten wir öfter machen.

Vorfreude. Ich habe ganz viel Vorfreude in mir. Auf die kommenden Wochenenden, den Sommer mit schon geplanten Ausflügen und Reisen, auf das neue Workbook von Leonie Dawson*, auf Projekte mit dem Mann.

Haus. Unser Haus als Schutzraum, Gastraum, Rückzugmöglichkeit, Wärmespender und Wohlfühlort. Manchmal ist hier nachmittags so viel los, ein Haus voller Kinder und Gastkinder. Manchmal übernachten Gastkinder und sind gern hier. Selten ist es still im Haus, oft chaotisch, abends gemütlich, wenn das Feuer brennt. Jetzt, wo der Strum so tobte spürte ich die Vibrationen des Hauses, wenn ich im Bett lag. Wie dankbar bin ich, daß es uns so gut geht, dieses Dach über dem Kopf zu haben, diese Heimat.

Meinen Mann. Es ist nicht immer einfach, sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Familienmitglieder einzuschwingen. Es knirscht manchmal im Getriebe und dampft unterm Deckel. Aber wir finden immer wieder zurück zueinander, sind im Gespräch und finden Lösungen für Dinge, die nicht so laufen, wie wir es uns wünschen. Sei es, daß wir Finanzen umverteilen, uns gegenseitig Freiräume schaffen oder mal eine zeitlang besser aus dem Weg gehen. Der Mann ist nicht immer das, was ich mir in meinem Kopf als Idealbild eines Partners zurechtgelegt habe (das ist nochmal ein ganz eignes Thema, dieses Idealbild. Da stolpere ich gerade wieder im Kontakt mit Teenagern drüber.), aber ist toll und ich liebe ihn genau, wie er ist.

Rhythmus. Ich mag es sehr, wie die Natur unbeirrt ihrem Rhythmus folgt. Vollmond, abnehmender Mond, Neumond, zunehmender Mond. Frühlings, Sommer, Herbst, Winter. Keimen, Wachsen, Blühen, Welken, Sterben. Egal, was der Mensch für Torheiten auf der Erde begeht, am Ende ist der Mensch nur eine kleine Plage im Zusammenspiel des Universums, ein Nichts, daß sich gern groß macht. Ich mag die Elemente, die da draussen toben, die Sonne, den Regen, den Sturm. Und was es mit mir macht. Wie es mich beeinflusst und mir das Gefühl gibt, ein Teil des Ganzen zu sein.

Meine Selfcare-Momente dieser Woche waren:
Meine Selfcare Momente der Woche möchte ich auch aufschreiben und eine Weile den Fokus darauf halten, wo ich mich gut um mich kümmern kann und mich in meine Mitte, meine Balance, zurückbringe. Zum Thema Selbstfürsorge habe ich hier ausführlicher geschrieben.

Meine nur-für-mich Momente waren sehr rar. Ich konnte

  • ein Mittagsschläfchen halten,
  • hatte meine Gitarrestunde und
  • war beim Yoga.

Das wird nächste Woche wieder besser. Da habe ich schon viele Auszeiten gezielt eingeplant, etwa einen Frisörtermin, mein Mütterkreistreffen, einen Wellnesstag und jetzt am Sonntag mein Schwimmtraining und ein ganzer Samstag für mich (zwar zum Arbeiten, aber ungestört Arbeiten zähle ich gerade auch als Luxus).

Ich wünsche dir einen dankbaren Freitag und ein entspanntes Wochenende. Friday Fives sammelt jeden Freitag Nadine im Buntraum.

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5 Kommentare

  • andiva

    Danke für deine Worte.
    Da hast du was in mir zum Schwingen gebracht. Grad selber nicht immer eines mit mir suche ich gerade nach einem Weg das Positive zu sehen. Dankbar zu sein. Nicht immer einfach, aber hier gerade wieder angestupst.
    (Über deine Worte zum Ideabild mustte ich grad schmunzelnd ein Tränchen wegwischen. Wie oft hat man ein ganz anderes Bild oder interpretiert wo jemand anderes nichts sagt in den Leerraum)
    Freitagsgrüße
    Andi

  • Sarah

    …magst du über das Idealbild gerad im Kontakt mit Teenagern nochmal etwas schreiben? Bezog sich das auf ein Idealbild von Teenagern oder doch auf das Bild vom Partner?

    Ich bemerke, dass meine Familie da immer noch an einem Idealbild hängt. Sie verstehen nicht, dass der Vater meiner Kinder und ich uns gegenseitig ein eigenes Leben zugestehen und uns alle Freiheit lassen, die wir haben möchten (eigener Wohnraum inklusive ;-) Sie sind schockiert, dass wir noch ein gemeinsames Kind bekommen, obwohl wir doch gar nicht zusammen sind… (das wäre jetzt Definitionssache, haha) Für mich ist es die größte Liebe, wenn ich den anderen loslassen kann, so wie er ist.

  • Jademond

    Ich meine damit, das Idealbild eines Partners, was sich bereits in den Köpfen von Teenagern bildet. Durch Medien, die sie konsumieren und daraus ihre Schlüsse ziehen. Und die Enttäuschung, die mitkommt, wenn eben ein Kerl nicht immer derjenige ist, an den man sich anlehnt, sondern man selber oft genug die Schulter sein muss, an die sich angelehnt wird etc. Es sind noch keine fertigen Gedanken, sondern erste Beobachtungen und Resultate aus Gesprächen mit meinen Freundinnen. Es klingt shcön, was du da über eure Beziehung/Liebe schreibst, und ich kann mir denken, daß du da auf Unverständnis stösst. Ist ja doch nicht gewöhnlich.

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