In Kontakt sein

In Kontakt sein

Am Dienstag hatten wir ein Elterngespräch im Kindergarten. Da tauchte unter anderem das Thema „In Kontakt mit sich selbst sein“ auf. Das Thema hat mich seltsam berührt, sodass mir direkt die Tränen in die Augen schossen. Da wurde wohl etwas in mir angesprochen, was gerade Aufmerksamkeit braucht.

Die Frage nach dem Kontakt

Wann bin ich denn im Kontakt mit mir selbst? Und wie zeigt es sich, wenn ich nicht im Kontakt bin? Mit mir, mit anderen? Wie komme ich wieder in Kontakt? Was braucht es da?

Gute Fragen, die mir seit dem Gespräch immer wieder durch den Kopf gehen. Manchmal denke ich auch nur, mit mir verbunden zu sein. Wenn ich aber genau hinspüre, spüre ich nichts. Spüre ich mich nicht. Dann merke ich, dass ich die ganze Zeit zu schnell war. Wenn das Tempo so hoch ist, habe ich keine Zeit, mich zu spüren. Zu fühlen, was ich brauche und wo es vielleicht angebracht ist, nein zu sagen. Oder ja zu entwas anderem.

Wenn ich mit mir selbst nicht in Kontakt bin, bin ich es auch selten mit anderen. Mit dem Mann, mit den Kindern. Dann funktioniere ich nur durch den Tag. Erledige dies und jenes. Rufe Aufforderungen quer durch den Raum und erwarte auch von den Kindern, dass sie funktionieren. Das läuft schnell aus dem Ruder. Konflikte sind vorprogrammiert.

Was hilft mir?

Innehalten.

Wie bin ich gerade? Wo ist meine Atmung (oberhalb, im Bauch, flach, tief)? Wie spüre ich mich? Wo tut vielleicht etwas weh? Was zeigt sich mir? Bin ich irgendwo starr? Vielleicht sind dann meine Schultern hochgezogen oder im Stehen meine Knie eingerastet. Wie ist meine Haltung?

Allein das Beobachten des Jetzt-Zustandes reicht manchmal, um mich zurück zu mir zu bringen.

Einen schönen Tweet dazu fand ich dieser Tage von Melanie, die schrieb:

„Wer will ich sein in dieser Situation?“ – Eine so schöne Frage. Sie zeigt uns, dass wir immer wieder entscheiden können. Ich weiss schon, das gelingt nicht immer. Aber ein Versuch ist es immer wieder Wert. Wie will ich sein? Und dann beginnst du, in dich reinzuspüren. Was brauche ich gerade und wie kann ich die Situation anpassen. Jetzt sofort oder später. Damit ich wieder in Kontakt mit mir bin. In Tune. In Verbindung.

Kontakt mit mir selbst und mit anderen ist die Grundvoraussetzung für alles Miteinander. Wenn ich in Kontakt bin, sehe ich mein Gegenüber, kann mich einstellen, kann agieren statt nur reagieren. Kontakt ist ein goldener Schlüssel.

4 Gedanken zu „In Kontakt sein

  1. Sehr schöner Text.
    Ich bin sehr froh, dass es das Internet gibt und ich soviel über Achtsamkeit und zum Beispiel über den Kontakt mit sich selber lesen kann.
    Dadurch, dass diese Themen immer wieder angesprochen und auf verschiedenste Art und Weise verdeutlicht werden, hat es nach vielen, vielen Jahren auch bei mir mal endlich Klick gemacht.
    Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie darüber schreiben, und übe und übe und finde es ehrlich gesagt fürchterlich schwer. (aber zurück will ich nicht)

Reacjis

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