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Jahresrückblick 2019

Schon eine Weile fühle ich mich rückblickig, aber so recht will mir keine passende Beschreibung für dieses herausfordernde und kräftezehrende Jahr einfallen. Also habe ich mir meinen Kalender genommen und ein bisschen geblättert, was denn so die Meilensteine und markantesten Punkte in diesem Jahr waren. Und dann ist natürlich die Frage, wieviel davon möchte ich auch überhaupt hier im Blog ausbreiten. Wo kann ich anfangen, weil alles so miteinander verwoben ist.

Ziemlich prägend für das Jahr war und ist noch immer meine Krise, die im Oktober letzten Jahres mit Panikattacken und depressiven Erschöpfungssymptomen begonnen und mich lange nicht losgelassen hat, sodass ich im März eine Therapie begonnen habe. Die Tage waren mühsam, zeitweise war sich so schwach, dass mich der Alltag unglaublich Kraft gekostet hat. Ich bin oft aus heiterem Himmel in Tränen ausgebrochen, habe gezittert, gefroren, bin gefühlt zerflossen oder war so überregt, dass ich nicht in den Schlaf gefunden habe oder Nachts aufgewacht bin. Zwischenzeitlich war mein Appetit weg, mein Nervensystem gefühlt ständig in einem Ausnahmezustand und dysreguliert. Viele Gespräche und Übungen mit der Therapeutin, Hintergrundwissen aus der Angst- und Traumaforschung, Bücher, Methoden aus dem Dharmatraining, Sensory Awareness und mein Glaube haben mir geholfen, meinen Alltag mehr oder weniger stabil zu gestalten.

Frühjahr

Trotz allem war ich im Februar mit einer Freundin in Erfurt. Ein Wochenende, was ich sehr genossen habe.

Im Mai hatte ich das Gefühl, dass ich wieder auf eigenen Beinen gehen kann. Ich habe mich sogar so stabil gefühlt, dass ich mich getraut habe, eine Einladung nach Mallorca anzunehmen. In dieser Woche habe ich mich das erste mal seit Monaten wieder leicht und lebendig gefühlt. Was ein Geschenk. Als ich zurückkam, passierte ein Unfall mit dem Schulbus des Sternguckers. Weil ich auf Mallorca war, weilte der Sterngucker sicher bei Oma und war somit nicht betroffen. Welch Erleichterung.

So vergingen mit gelegentlichen Schwankungen die Monate. Ich war auf einem Segenseminar mit Giannina Wedde, wir hatten unsere sehr übersichtliche und auch ein bisschen merkwürdige Kreativauszeit (mit dem Entschluss, erstmal zu pausieren) und Ende Juli dann den Abschied aus dem Kindergarten, wo wir und unsere Kinder so lange zu Hause waren.

Sommer

Im August haben wir das Haus von Freunden bei Freiburg gehütet. Das war unser Urlaub. So richtig Ferienstimmung und Erholung wollte sich bei mir nicht einstellen. Meine Symptome meldeten sich zurück. Ich konnte den Urlaub nicht recht geniessen, dennoch hatten wir viele schöne Momente. Als wir abreisen mussten, war ich langsam soweit, dass ich mich auf Ferien eingestellt hatte. Das fühlte sich alles etwas mühsam an.

Weiter ging es im August mit einer Reise zu meinen Eltern und nach Berlin. In Berlin hatte ich ein inspirierendes Treffen mit den Leuten, die ich auf Mallorca kennengelernt habe. Wir hatten echt eine bunte und fröhliche gemeinsame Zeit. Zurück bei meinen Eltern habe ich ein Workshopwochenende bei Ulrike Hirsch verbracht (heilsames intuitives Malen) und wieder den Gedanken gewälzt, vielleicht doch nochmal ein Kunstherapie-Studium zu beginnen. Während des ganzen Augustes habe ich den kostenlosen August Art Journal Kurs laufen lassen, wo ich jeden Tag kleine Aufgaben, Ideen und Impulse verschickt habe. Dieser Kurs kam so gut an bei den TeilnehmerInnen. Ich habe so viel tolles Feedback bekommen und in meiner kleinen Facebookgruppe wurde es ganz lebendig.

Herbst

Im September wollten ein Kern der Teilnehmerinnen unbedingt weitermachen und haben sich bis in den Dezember rein selbst organisiert und abwechselnd weiter Aufgaben verteilt. Das fand ich klasse! Nach den Ferien wurde unser jüngster, der Sterngucker eingeschult. Seit dem geht er jeden Tag gern zur Schule. Er hat sogar seinen einen Nachmittag auf zwei Nachmittage offene Ganztagsschule aufgestockt, weil es ihm solche Freude bereitet. Vor den Ferien hat mich Leitung der Nachmittagskurse angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, den Bastelkurs zu übernehmen. Mit etwas Bedenkzeit, sagte ich zu. So habe ich seit September den Job an der Schule, jeden Mittwoch 3 Stunden. Das bereitet mir Freude.

Nach den Ferien tauchten neue Symptome auf. Druck nach unten im Bauch, Hämorrhoiden, Wut, Gewichtsabnahme (ich habe seit letzten November ca 4 kg abgenommen, davon jetzt eines wieder drauf, juhu). Ich liess abklären, dass es kein Gebärmuttervorfall oder eine akute Beckenbodenschwäche ist, vermutete aber psychosomatische Zusammenhänge. Im Oktober habe ich also wieder mit der Therapie begonnen und nebenher noch intensiver auf meine Selbstfürsorge geachtet: Bekomme ich ausreichend Schlaf? Merke ich, wenn die Spannung und der Stress im Körper steigt? Esse ich ausgewogen und bewege mich genug? Trinke ich ausreichend? Ich habe in all den Monaten viel über mich gelernt. Über meine Muster, meine Trigger, mein Verhalten und meine blinden Flecken.

Der Oktober war sehr geschäftigt. Wir waren beim Tut Gut Festival, ich habe Zeit im Gebetshaus verbracht und Kalligrafie mit Ute Kreuzer, ich habe meine Eltern besucht und ein Auto für die Tochter dort abgeholt. Der November war ein Monat ohne Einkommen. Die Finanzstruggels haben mich sehr herausgefordert, haben sich aber dann im Dezember wieder aufgelöst.

Kleine Bemerkenswertigkeiten unterm Jahr

Im Januar hatten wir so viel Schnee, dass keine Busse fuhren und mehrere Tage schneefrei war. Das war insgesamt sehr abenteuerlich.

Bei Gewinnspielen habe ich im Internet eine Etepete-Gemüsekiste, eine Mütze von Bora und ein Minibulletjournal von Joy gewonnen. Ausserdem habe ich die Mallorca-Reise geschenkt bekommen.

Die größten Ausgaben hatten wir neben unseren üblichen Fixkosten für Haus & Co, wie jedes Jahr, für die Schulen der Kinder. Dieses Jahr kommen noch diverse Arzt- und Zahnarztrechnungen für den Wolf hinzu, Reparaturen im Haus und die neuen Lampen.

Im Haus

Eine zeitlang habe ich 5 Euro Scheine gesammelt. Als ich die Summe für zwei Bürolampen zusammen hatte, haben wir diese endlich bestellt und nach fünf Jahren im eigenen Haus nun auch diese Drähte aus der Wand mit schönen Lampen bestückt. Das hat sich wie ein kleiner Meilenstein angefühlt. Nun fehlen „nur noch“ acht weitere Lampenschirme, wo derzeit nackte Birnen herhalten müssen.

Ausserdem haben wir im gesamten Haus die Fenster warten und die Dichtung von einem reparieren lassen. An der Heizung war ein Ventil kaputt. Das war auch das Geheimnis des gestiegenen Wasserverbrauchs, dem wir auf die Schliche kamen. Das haben wir auch erneuern lassen. So langsam beginnen echte Reparaturarbeiten.

Gesundheit

Im Sommer haben wir begonnen, ein paar Produkte zur Nahrungsoptimierung zu testen, die uns letztendlich überzeugten. Der Mann hat damit seinen Kaffeekonsum massiv reduziert. Früher war er morgens nie ansprechbar, bevor er nicht seinen Kaffee hatte. Jetzt trinkt er höchstens mal einen Espresso nach dem Essen für guten Geschmack. Warum wir das machen und was wir nehmen, darüber möchte ich mal gesondert schreiben.

Ich habe meinen Vertrag im Fitness-Studio gekündigt, weil ich die meiste Zeit zu schlapp war, überhaupt an Sport zu denken. Auch beim Schwimmen war ich kein einziges Mal. Stattdessen war ich oft Spazieren. Meine Kondition hat jedoch sehr darunter gelitten. Ich möchte sie langsam wieder aufbauen und zurück zu meiner alten Fitness kommen. Aber alles in seiner Zeit.

Statistik

  • Stromverbrauch ::  2909,30 kwh – der durchschnittliche Stromverbrauch für einen 5-Personenhaushalt beträgt 5928 kwh
  • Wasserverbrauch :: 83 000 Liter. Nachdem das heizungsventil repariert war, sank plötzlich auch der Wasserverbrauch drastisch. – Der deutsche Durchschnitt liegt bei 127 Liter/Person/Tag., also 231775 l bei 5 Personen pro Jahr.
  • Heizkosten (Holz) :: Wir haben 4 Ster Holz (diesmal gemischt, weil der Borkenkäfer das Holz beschädigt und das Einfluss auf den Handel hat) für 380 Euro gekauft
  • Klamotten :: Ich habe im Durchschnitt 38,72 Euro pro Monat für Klamotten für mich selbst ausgegeben. Das waren: eine Jeans, Unterhosen, Tops, ein Kleid, Socken, eine Leinenbluse und Barfußschuhe.

Gelesen

Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, 12 Bücher zu lesen. Pro Monat eins, das wäre doch zu schaffen. Zur Unterhaltung, zum Abtauchen, aber auch zum Weiterentwickeln und Lernen. Geworden sind es 26 Bücher, davon drei als Hörbuch. Besonders erwähnenswert finde ich „Die Bücherdiebin“, „Auswege“, „Miroloi“ und „Auch alte Wunden können heilen“. Die gesamte Liste findest du hier.

Gestrickt

Mein Gefühl sagt mir, dass ich kaum gestrickt habe. Mein Strick-Log erzählt jedoch von 2 Tüchern und 4 Sockenpaaren. Das ist jetzt nicht soo viel, aber mehr als ich dachte. Ich beende das Jahr mit einem Stash von 5320 g (weicht etwas von der Liste im Log ab, vermutlich habe ich die Wolle in meiner Schulbastelkiste nicht mitgerechnet).

Ausserdem habe ich zwei Püppchen genäht, eine davon liegt noch nackig hier, die andere hat einen gehäkelten Körper und hübsch gestrickte Kleidung – Merle.

Fazit

Das Jahr war voller Struggels und Dunkelheit, hatte aber auch viele schöne, leuchtende und tolle Momente. Ich habe viel gelernt, viel Wertschätzung und positiven Kontakt erfahren. In unserer Familie hatten wir Lachen, Spaß, Herausforderungen, Alltagsgemotze, Auseinandersetzungen, gutes Essen, gemeinsame Erlebnisse, Feiern, Gemütlichkeit, Chaos – eben die ganze bunte Familienzusammenlebenspalette. Ich möchte keine Minute des Jahres eintauschen oder nicht erlebt haben, den jedes einzelne Puzzleteil ist am Ende ein wichtiger Bestandteil eines großen bunten Kunstwerks.

Danke

Ganz zum Schluss sage ich aus tiefstem Herzen Danke für all die liebevollen und wertschätzenden Worte, die Briefe, Karten, Geschenke und Teekassenspenden und die Herzlichkeit und Wärme, die mir hier im Blog, per Post und per Email zuteil wird. Danke für die Treue, die Kommentare und Gedankenanstösse, die Fragen und Antowrten. Ich schreibe weiter, auch wenn ich immer mal wieder ins Hadern gerate, vorallem, was die Form betrifft. Danke auch an und für meine Familie, meine FreundInnen, meine Therapeutin, danke für meinen wöchentlichen Sensory Awareness Kurs, das Schulteam, die Nachbarn und Kinderfreundfamilien. Und ganz besonders den Mann <3

Ein Kommentar

  • Ines Düe

    Liebe Ramona,
    ich wünsche Dir und Deiner Familie ein lebendiges und gesundes Jahr2020!
    Danke für Deinen so ehrlichen Jahresrückblick, ich freue mich sehr darauf weiter von Dir zu lesen.
    Herzliche Grüsse
    aus dem hohen Norden;-)

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