Kaiserschnittgedanken, 2 Jahre danach

Kaiserschnittgedanken, 2 Jahre danach

Heut gibts schnuckelige Schlüppis zu sehen. Haha.

Nächste Woche feiern wir den 2. Geburtstag des Sternguckers. Und wie immer um den Geburtstag herum denke ich dann besonders viel an die Schwangerschaft und vorallem die Geburt und die Umstände drumherum. Jedes Kind hat an mir seine Spuren hinterlassen. Und beim Sterngucker ist es eine Kaiserschnittnarbe quer über den Bauch. Ich hatte in der Vergangenheit schon darüber geschrieben, was diese Operation mit mir gemacht hat und wie es mir damit ging.
Was hat sich nun im letzten Jahr verändert? Was ist geblieben?

Narbe

Auf dem Bild siehst du die Narbe wie sie jetzt aussieht (zum vergleich die Narbe 5 Wochen und 9 Monate nach der Geburt). Eine schmale, kaum sichtbare weisse Linie. Optisch stört sie mich nicht. Hat sie noch nie. Eine Freundin nannte sie mal „Love Scar – Liebesnarbe“ Und genau so empfinde ich sie. Mein Körper als Tagebuch mit Einträgen aus meinem Leben.

Aber wie fühlt sie sich an? Die Narbe? Der Energifluss? Das oben und unten? Die Verbindung?

Da habe ich das Gefühl, daß sich einiges getan hat und zurechtgerückt ist. Ich behandle die Narbe nach wie vor mit dem Narbenpflegeöl aus der Bahnhofsapotheke. Nicht regelmässig, aber wenn mir danach ist. ich mag den Geruch des Öls sehr gern und ich mag auch, dieser Stelle meines Körpers Beachtung zu schenken. Das Gewebe um die Narbe herum ist noch minimal knubbelig und auch noch taub. Aber es schmerzt nicht und juckt selten. Manchmal spüre ich die Stelle bei Anstengungen, aber generell habe ich keine beeinträchigungen. Meine gefühlte Verbindung zwischen oben und unten ist ach wieder da.
In meinem letzten Artikel zum Kaiserschnitt erwähnte ich das Gefühl, etwas nicht beendet zu haben. Und diese innere Unruhe, die daraus entsteht. Auch dieses Gefühl ist weg. Ich habe immer mal wieder in mich reingespürt, aber es ist tatsächlich nicht mehr da.

Es ist nichts Vordergründiges, sondern etwas, daß immer irgendwie mitschwingt. Das eine innere Unruhe in mir macht. Und ich weiss (noch) nicht, wie ich das fertig machen kann, den Vorgang beenden kann. Irgendwann wird es mir auf anderem Wege gelingen, zu beenden, was da energetisch in Gang gesetzt wurde – es muss ja keine Geburt sein.

So schrieb ich meine Gedanken vor etwas mehr als einem Jahr auf. Neulich in einem Gespräch mit einer Freundin wurde mir klar, daß ich gerade diese „Geburt“ nochmal durchlebe. Mit dem Mann. Ich ging gemeinsam mit ihm schwanger. Mit einem Haus. Und nun sind wir sozusagen fast schon in den Presswehen :-) Dieses gemeinsame Projekt hat uns nicht nur näher gebracht und noch mehr miteinander eingeschwungen, es hat auch dieses energetische Durcheinander wieder ausgerichtet. Das fühlt sich für mich total logisch an. Verrückt, was?!

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8 Gedanken zu „Kaiserschnittgedanken, 2 Jahre danach

  1. Zufällig habe ich gerade am Wochenende Deine Kaiserschnittgedanken und den Bericht zur Geburt inklusive Kaiserschnitt gelesen.
    Ich hatte ein wenig auf Deinem Blog hier und da gestöbert… Und hab sie so gefunden. Ich lese solche Berichte immer gerne, da ich selbst zwei Kaiserschnitte hatte. Entgegen meinen eigentlichen Wünschen. Zweimal medizinisch notwendig und das eine Mal für mich und das Kind lebensnotwendig und das zweite Mal vorallem für mich.
    Es sind soviele Gefühle damit verbunden. Für mich immer noch schwer in Worte zu fassen. Umso schöner, dass ich mich in Deinen Gedanken und Berichten hier und da selber wiederfinde.

  2. Bahnhofsapotheke – Kempten – die „Erdenlicht“-Öle? Ich habe die Entstehung des Geburtshauses Kempten von den Anfängen an mitbekommen und mit Unterstützung der Hebammen zwei Kinder ambulant geboren, als das noch keiner gerne sah :-).

    Ich weiß, ich bin neugierig, aber die Neugierde zerreißt mich ganz langsam. Die Bilder des Blickes vom Haus aus, Deine Erzählungen, ich glaube wir leben nicht allzu weit voneinander entfernt, kann das sein? Zur Zeit leben wir in Peiting – Birkland … ich komme aber eigentlich aus Kempten, drum auch das „Erdenlicht“.

    Lieber, neugieriger Gruß

    Bine

  3. ich finde es großartig wie du mit dir, dem Kaiserschnitt und deinem Körper umgehst. und das du darüber schreibst! Das muss mal gesagt werden!

  4. Mein erster Gedanke zu deinem Bild? Ach ist deine Narbe schön! Meine ist rot, gnubbelig und ständig wund. Ich habe im letzten Jahr viel für sie gemacht, aber es ist schmerzhaft und immer sehr aufwühlend…. dabei habe ich eigentlich kein Problem damit, beide kinder so entbunden zu haben, aber irgendwie scheint es ja doch in mir und an mir zu arbeiten. Im Alltag spüre ich sie eigentlich kaum, aber sie fordert immer wieder Aufmerksamkeit von mir ein. Vielleicht sollte ich mir dieses Öl mal besorgen….. auf jeden Fall sieht meine nach fast 6 Jahren nicht so gut aus! :-(

  5. Das liest sich wundervoll und ich finde es schön dass Du so offen darüber schreibst. Mir half bei der Geburtsnarbenheilung das Entfernen des letzten Krempels aus dem Elternhaus. Das hätte ich nicht erwartet und fand es schon schräg, aber schwanger mit einem Haus! Das ist genial.
    Ganz liebe Grüße.

  6. Deine Narbe sieht wirklich gut aus… ich glaube, ich sollte meiner Narbe mehr Zeit & Aufmerksamkeit schenken. Danke für deine offenen Worte zu dem Thema!

  7. Also für mich hört es sich sehr logisch an. Ich hab das Hausbauen auch wie ein neues Baby empfunden. Einmal währenddessen haben wir eine Verwandte des Mannes getroffen, die ich bis dahin nur zwei Mal gesehen hatte, und zwar immer kurz nach der Geburt meiner Kinder. Scherzhaft fragte sie mich, wo denn das neue Baby sei, denn immer wenn wir uns träfen, hätte ich ein frisches im Arm gehabt. Und ich antwortete ihr, unser neues Baby, das ist das Haus!
    Ich freue mich, dass mit der Zeit und den Veränderungen, die sie bei Euch gebracht hat deine Beziehung zu der Narbe besser geworden ist. Alle Narben, ob sichtbar oder nicht, erzählen eine Geschichte.
    Alles Liebe, Katharina

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