Monatsmotto Mai :: Unprocrastination

Monatsmotto Mai :: Unprocrastination

withering

Zenhabits schlägt als Monatsmotto für Mai Unprocrastination vor. Dinge nicht herauszögern. Es anpacken, gebacken kriegen. Ich habe eine Weile nachgedacht, was ich gerade prokrastiniere und warum. Ich komme da immer wieder am gleichen Punkt an: mein Job. Ich habe keine Portfolioseite, möchte schon seit Ewigkeiten ein neues Erscheinungsbild und endlich auch AGB.

Prokrastination durch Orientierungslosigkeit
Ich überlege, was der Unterschied zwischen prokrastinieren – herauszögern – und einfach keine Zeit dafür haben. Wahrscheinlich ist es die Gewichtung. Wie wichtig ist mir ein Thema, daß ich dem die notwendige Priorität einräume, um es erledigt zu bekommen. Schon seit Jahren stelle ich mein eigenes Erscheinungsbild immer wieder hinten an. Ich glaube, es ist nicht Zeitmangel, sondern ein gewisser Grad an Orientierungslosigkeit. Ich schwimme im Alltag mit, es geht mir gut, ich fühle mich wohl. Ich habe meistens guten Kontakt zu meinen Kindern, meinem Mann und auch zu mir selbst. Und doch ist da diese Richtungslosigkeit. Wo will ich hin, was ist meine Aufgabe? Wo ist mein Platz und wie kann ich (sinnstiftend) erfüllt arbeiten? Was möchte ich tun udn wie möchte ich arbeiten? Für all diese Fragen finde ich keine Antwort. Ich kenne das Phänomen schon. Ich hatte es stark, als der Wolf um die 3 war. Wo der Fokus von Kinderbetreuung und -begleitung weg ging und ich mich wieder auf mich konzentrieren konnte. Leider kann mir diese Fragen niemand anderes beantworten. Das muss ich für mich selbst rausfinden. Ich habe mir selbst noch ein Jahr gegeben, um eine Richtung zu finden. Das Jahr, in dem der Sterngucker noch nicht in den Kindergarten gehen wird. Das Jahr, in dem ich noch zwischen Job, Familie und mir selbst herumjongliere.

Ajourneyofathousandmiles_quietfiredesign

Vielleicht fange ich trotzdem erstmal mit AGB an. Die stehen schon so lange als to-do in meinem Mahabuch. Vielleicht ist es auch eine gute Idee, wieder Ziele festzulegen. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige.

< Stempel von Quietfiredesign

Hast du auch solche Lebensfragen? Oder ist bei dir alles klar? Kommen solche Lösungen spontan als Impuls und plötzlich weißt du, was zu tun ist? Oder ist es ein langer (schmerzhafter?) Prozess und viel Arbeit? Was schiebst du schon lange auf, was du (diesen Monat?) erledigen kannst?

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5 Gedanken zu „Monatsmotto Mai :: Unprocrastination

  1. Es anpacken, ja, das ist dran, am dransten. Ich habe eine ellenlange To-Do-Liste, die ich immer wieder beiseite schon, weil sich ja auch Dinge von sich aus erledigen. Aber derzeit bin ich am Sortieren, Ausmisten, Strukturieren. Immer wenn mein Inneres durcheinander ist, brauche ich Ordnung und Struktur im Außen. Und die schaffe ich mir Schritt für Schritt. Schreibe neue Listen mit anderen Kriterien, wir setzen uns hin und planen und besprechen, was ansteht (das war lange jetzt nicht so)… und ich priorisieren mit einem System, das der Liebste mir beigebracht hat. und dann gehe ich voll Disziplin ans Abarbeiten. Aber das nur mit Prokrastinationspausen. ;) Also wenigen. Eieruhr neben PC zB um michnicht zu verdaddeln :) (und der blogtext dazu schlummert immer noch in den Entwürfen ;) )

    Alles Liebe

    Irka

  2. hallo jademond, da passt so schön eine geschichte dazu, die ich gestern las. lg, andrea

    DER BOGENSCHÜTZE
    Es war einmal ein König, der durch eine kleine Stadt zog und überall Anzeichen sah, die darauf deuteten,
    dass jemand in der Stadt ein Meister in der Kunst des Bogenschießens war.
    An Bäumen, Hecken, Zäunen und Mauern waren konzentrische Kreise aufgemalt
    und genau in der Mitte all dieser Kreise war das Loch eines Pfeiles.
    Der König fragte, wer denn der meisterliche Bogenschütze war.
    Man zeigte ihm einen zehnjährigen Jungen. „Das ist wirklich unglaublich“, sagte der König.
    „Wie ist es denn möglich, dass du solch ein fantastischer Bogenschütze bist“?
    „Das ist ganz einfach“, lautete die Antwort des Jungen,
    „Zuerst schieße ich und dann male ich die Kreise“.

  3. andrea,

    Andrea, was für eine tolle Geschichte! Und wie großartig wird sie erst sein, wenn ich noch länger darüber nachgedacht habe! Danke dafür!

    Und ja, ich schlage mich mit ähnlichen Fragen herum. Was und wie möchte ich arbeiten? Bin ich zufrieden damit, wie es jetzt ist? Wie könnte es anders sein und bin ich bereit, dafür zu investieren? Oder ist es so in Ordnung und ich muss nur die zeitliche Gewichtung ändern? Kann ich freiberuflich auch Geld verdienen und bin damit zufriedener? Oder beruhigt mich die Festanstellung?

    Mit solchen Fragen beschäftige ich mich in den letzten fünf Jahren immer wieder.. Mir kommt es nicht wie Prokrastination vor, sondern auch eher wie Rat- und Orientierungslosigkeit. Ziele setzen fällt mir in dem Bereich sehr schwer, weil ich nach einiger Zeit immer feststelle, dass die optimistisch gesetzten Ziele mit etwas Abstand ihren Reiz verloren haben..

    Schwieriges Thema! Ich bin gespannt, was du im Mai dazu noch schreibst.

    LG, Gesa

  4. ;-) Ja, das passt perfekt! Das Thema kommt auch vor!
    Ich habe gerade ein thema beendet, das ich vor mir her geschoben habe. Und ich versuche, solche Dinge, die ich gerne mal aufschiebe, in meinem Tagesplan fest einzubauen.
    Liebe Grüße,
    Sonja

  5. Das kenne ich sehr gut.
    Das Gefühl zu haben schwerelos Schwer durch den Raum zu schreiten, keinen Boden unter die Füsse zu bekommen, sich zu fragen und zu fragen. Ob es vielleicht weit in der Vergangenheit zurück liegt, dass man noch keine tiefere Sinnhaftigkeit bzw. eine Orientierung für den eigenen Weg gefunden hat?
    Ich meine ja manches Mal auf dem Weg zu sein und dann kommen wieder arge Zweifel, sich jemals aufgemacht zu haben.
    Ob es aber auch am Alltag liegt, der einfach da liegt und im Vorübergehen erledigt wird?
    Mir wurde oft gesagt, man sollte mit sich eine Verabredung vereinbaren, möglichst jeden Tag, zur gleichen Zeit.
    Es braucht wohl Jahre, bis sich der Weg formt, bei manchen vielleicht eher.
    Auf den langsam sichtbar werdenden Weg!
    Lieben Gruß,
    Sara

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