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Nervennahrung

Gestern hatte ich einen so vollen Tag, daß ich in einer ganz komischen Verfassung war. Mir wurde schwindelig und wirklich körperlich schwach. Ich war müde, innerlich traurig, mein Nervenkostüm dünn. Ein deutliches Anzeichen von Stress. Doch wie konnte ich dem Entkommen, wenn dringende Termine und Deadlines im Nacken sitzen?

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Nachdem ich den Mann zur Bahn gebracht habe, bin ich mit dem Sterngucker zur Biogärtnerei gefahren. Dort haben wir uns mit frischem Obst versorgt. Schon allein diese Farben waren Therapie. Zuhause tauchten wir genüsslich in die Fruchtsüße bevor ich an die Arbeit ging und mich immer wieder bewusst erinnerte, zu atmen. Wenn man gestresst ist, verisst man schnell, richtig zu atmen. Man hält die Luft an oder lässt die Luft nicht bis tief in die Lungen dringen. Zum Teil hatte ich 6 Dokumente offen, an denen ich im Wechsel arbeitete (zwischendrin immer auf das Feedback der Kunden wartend), aber ich kam mit allen gut voran. Der Sterngucker machte derweil Musik und schaute sich Bücher an.

Gegen Mittag brachen wir auf, um die Tochter aus der Schule abzuholen. In der Schule hingen an der Infowand Abreißzettel aus dem Englisch-Unterricht. Take what you need – nimm, was du brauchst. Da gab es z.B. Kraft, Gesundheit, Kaffee und Einhörner! Ich habe mir ein Einhorn mitgenommen. Damit konnte mein Tag nur gut werden.

Wir fuhren nach München zum Kieferorthopäden, der Wolf war mit seinem Freund verabredet und blieb im Kindergarten. Der Sterngucker spielte im Wartezimmer. Das Praxisteam ist so freundlich und bunt. Das ist wirklich toll! Auf dem Rückweg schauten wir noch den Outlet vom Sportscheck am Ostbahnhof, weil die Tochter eine Hose brauchte. Dort entdeckte ich ein Kleid, in daß ich mich leider sofort verliebte. Es passte, war von 60 auf 20 Euro runtergesetzt und einfach nur schön. Ich musste es mitnehmen. Es ist nicht bio und nicht fair. Aber ich mag es so sehr. Das ziehe ich zur Hochzeit meiner Freundin an.

Zu Hause waren wir dann noch in der Bibliothek, einkaufen, den Wolf von seinem Freund und den Mann vom Bahnhof einsammeln. Dann waren wir alle super erschöpft. Nach dem Abendessen arbeiteten und besprachen der Mann und ich noch einige Sachen. Wir hatten schon 5 Tage keine Zeit miteinander zu sprechen. Da ist einiges angefallen.

Am Ende des Tages ging ich doch recht zufrieden, wenn auch sehr erschöpft, ins Bett. Ich hatte viel geschafft und dabei mich selbst nicht aus den Augen gelassen.

10 Kommentare

  • Winnie

    Schön, dass du deinen Tag doch noch „retten“ konntest … manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben, die das Leben wieder lebenswert machen.

  • Avocado

    Oh oh, das Kleid ist nicht fair und nicht Bio…wenn du nicht aufpasst, kaufst du bald gar die Lebensmittel im Supermarkt. Oder liest doch mal Zeitung und stellst fest, dass es dieser Tage ganz andere Probleme auf diesem Erdenrund gibt, als dich und deine Gemüsekiste, deine Yogaseminare und dieses Jammern auf unfassbar hohem Niveau, dass du an den Tag legst.
    Wach‘ mal auf, es ist nicht alles Gong-Sound und schwimmen im See.

  • sevenjours

    Hey Avocado, mal langsam, brauchst ja nicht gerade so einzufahren. Wenigstens gibt es Leute, die sich Mühe geben, die Welt besser zu machen, auch wenns nur im Kleinen geht – besser als andere anzumotzen allemal, finde ich.
    Avocado,
    Aber dennoch – bitte kein schlechtes Gewissen wegen dem Kleid! Es ist wirklich schön!

  • Katja*

    Glückwunsch zum Kleid! Sportscheck hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm und bin gestern mal online durchgeschlendert. Glücklicherweise brauche ich (eigentlich) nichts…aber die Markenauswahl trifft meinen Geschmack – da komm ich wieder.
    Danke für die Inspiration!

  • Michaela

    Unfassbar! Wie unverschämt kann man nur sein ?
    Avocado, wenn dir die Seite hier nicht gefällt, dann musst du sie ja nicht lesen…
    Michaela

  • Eva

    Eigentlich hinterlasse ich ja so gut wie nie Kommentare, aber zu Avocado moechte ich sagen:
    Bevor Du sprichst, frage Dich:
    Ist es wahr?
    Ist es freundlich?
    Ist es notwendig?
    Ist es besser als Schweigen?
    ( Sathya Sai Baba)

  • sandra

    die sache mit dem atmen habe ich ja jetzt auch gelernt.
    und tatsächlich macht es viel aus, zwischendurch einfach mal aufmerksam zu atmen. da kann einem schonmal ganz schwindelig werden vor lauter sauerstoff … und hinterher ist man ein bißchen mehr im gleichgewicht, obwohl es nur ein paar minuten gedauert hat.
    und es ist sehr faszinierend, wo man alles so hinatmen kann. neuerdings kann ich in den rücken atmen :)

    liebe grüße,
    sandra

    p.s.: oh, und das kleid steht dir ganz zauberhaft!

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