Selbstfürsorge

Selbstfürsorge

image

Als ich mein Wochenende im Kloster Mariensee verbrachte, hatte ich mir für die Bahnfahrt und die Abende ein Buch* mitgenommen, was schon eine ganze Weile in meinem Regal steht. Eine liebe Blogleserin hatte es mir mal von meiner Wunschliste* geschickt. Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Der erste Teil trägt die Überschrift „Heal yourself, heal your family“ – oh, wie passend zu meinem Wort des Jahres (heal). Das erste Kapitel heisst „The transformative Power of Self-Care“ – die transformierende Kraft der Selbstfürsorge. Das klingt ziemlich kraftvoll, nicht?

Eigentlich glaube ich, daß ich mich gut um mich selbst kümmere, mir Auszeiten nehme und schaue, daß es mir auf allen Ebenen gut geht. Das gelingt nicht immer gleich gut, aber ich habe ein Auge drauf. Dennoch war der Text im Buch sehr inspirierend und erhellend. Einige Aspekte habe ich noch nicht unter Selbstfürsorge eingeordnet, die brauchen ein besonderes Augenmerkt (sich nicht vergleichen mit anderen! zum Beispiel)

Die verschiedenen Bereiche der Selbstfürsorge
Selbstfürsorge umfasst mehrere Ebenen: physisch, emotional, mental und spirituell. In welcher Form du dich um all diese Bereiche kümmern kannst, liegt auch am Alter deiner Kinder. Das Buch beinhaltet eine Liste mit Vorschlägen, was alles Selbstfürsorge (Self-Care) sein kann:

Physisch

  • den Körper nähren: ausreichend trinken, Nahrung zu dir nehmen, die dich wohlfühlig macht und dir Energie gibt
  • ausreichend schlafen, kleine Zwischenschläfchen, Zeit zur Erholung einbauen
  • Sport zum Ausgleich und Stressmanagement
  • Zeit, deinen Körper zu pflegen und wertzuschätzen: ein Bad nehmen oder Duschen, Fußmassage etc

Emotional

  • Herz-zu-Herz Gespräche mit nahestehenden Menschen
  • freundliche und liebevoll mit dir selbst umgehen: versuche, eine Woche lang keine Kritik an dir selbst zu üben
  • Unterstützung durch Dritte (TherapeutIn, Coach, SozialarbeiterIn…)
  • ein Tagebuch führen und dort deine Gefühle und Gedanken niederschreiben
  • ein schönes Date mit dir selbst oder deinem/r PartnerIn, monatlicher FreundInnenabend

Spirituell

  • Zeit mit dir selbst um zu denken oder schreiben
  • Spaziergänge in der Natur
  • Meditatiere, bete oder reflektiere, worüber du dankbar bist
  • Kreativität: singen, tanzen, zeichnen, malen
  • Ehrenamt für etwas, was dir am Herzen liegt

Mental

  • lies ein gutes Buch oder schau dir einen intellektuell stimulierenden Film an
  • übe dich in einem neuen Hobby oder lerne etwas von einem Profi, fordere dich heraus
  • nimm an einem Workshop oder Kurs mit einem Thema, was dich interessiert, teil
  • fordere dich selbst heraus, etwas neues zu lernen – komm raus aus deiner Komfortzone

Wenn du dich auf eine dieser Ebenen konzentrieren müsstest, welche spricht dich gerade am ehesten an?

Warum Selbstfürsorge so wichtig ist
Aber warum ist es so wichtig, sich um sich selbst zu kümmern? Da fällt mir das schöne Bild der Sauerstoffmasken im Flugzeug ein. Am Anfang jeden Fluges erklärt die Flugbegleitung, wie du die Sauerstoffmasken anlegst. Wenn du ein Kind dabei hast, wem legst du zuerst die Maske an? Dir oder dem Kind? Dir! Denn dann kannst du auch deinem Kind helfen, weil du selbst mit Sauerstoff versorgt bist. Und so ist es auch mit der Selbstfürsorge. Wenn wir uns selbst um uns kümmern, haben wir auch die Kraft, für andere da zu sein. Dann kommen wir zurück in unsere Mitte, kleine Dinge bringen uns nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht und unsere Erwartungen verändern sich. Wir werden aufmerksamer und einfühlsamer, mit uns und unserer Familie.

Am Ende des Kapitels befindet sich jeweils eine praktische Übung  und ein „Auf die Schulter klopfen“ für etwas, was schon funktioniert. Das möchte ich dir beides mit auf den Weg geben. Vielleicht hast du ja Lust, ein wenig über Selbstfürsorge nachzudenken und zu reflektieren, was schon gut klappt und wo du noch mehr brauchst und wünschst.

Schulterklopfen
Was tust du gerade oder in den letzten Monaten, um für dich selbst zu sorgen?

Praktische Übung
20 Minuten nur für dich zum Reflektieren:

  • Zu welche Ebene der Selbstfürsorge fühlst du dich gerade am meisten hingezogen, wo liegt dein Fokus?
  • Welche konkreten Schritte möchtest du diesen/nächsten (weil wir schon am Monatsende sind) Monat in dieser Ebene unternehmen und zur Priorität machen?
  • Was ist deine Motivation zur Selbstfürsorge? Nenne drei Gründe, warum es dir wichtig ist, dich um dich selbst zu kümmern.

Wenn du jemanden hast, mit dem du über deine Antworten sprechen kannst, dann ist es gut, gemeinsam die Punkte durchzugehen und sich darüber auszutauschen. Nach einer Weile könnt ihr euch nochmal zusammensetzen und schauen, wie es mit der Umsetzung klappt und wie es dir damit ergeht. Was fällt dir besonders schwer? (Loslassen? Zeit freischaufeln? Es dir selbst wert sein?) Was gefällt dir besonders gut?

Ich werde mich auch hinsetzen, das Kapitel nochmal anschauen und die Fragen beantworten.

Nurturing the Soul of your Family. 10 Ways to Reconnect and Find Peace in Everyday Life. Renée Peterson Trudeau*

*Affiliate-Links

2 Gedanken zu „Selbstfürsorge

  1. Jetzt habe ich schon so lange nicht mehr in Deinem Blog gelesen, lese heute diesen Post und denke, es hat mich just deshalb hierher gezogen, gerade heute. Danke, das Buch wandert in meine Haben-will-Liste, aber alleine Dein Post inspiriert mich sehr, denn es ist genau das Thema, das mich im Moment beschäftigen sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.