Zu viel

Zu viel

Schlaflose Nächte, ein durcheinandergebrachter Rhythmus, Erwartungen und ein ständiges Auf und Ab meines Wohlbefindens. Ich erlebe die Zeit gerade sowohl schön als auch sehr anstrengend. Immer wieder brauche ich Pausen, muss innehalten und neu justieren. Wo ich glaubte, dass es mir schon gut genug geht, lud ich mir zuviel Programm auf. Manchmal klappt es, zurückzurudern, manchmal gehe ich einfach durch und mit dem, was ist. Ich merke, dass mir gerade wieder alles zu viel wird. Die Reisen, die Ortswechsel, die wenigen Pausen und fehlende Zeit für mich. Es stauen sich Tränen auf und auch Wut. Über Unzulänglichkeit und mangelnde Selbstliebe. Über nicht-genug-sein und das Wissen um all diese Mechanismen.

Wo also im Kalender und im Ferien-Arbeits-Alltag kann ich Raum schaffen – zum Spüren, was ich brauche, zum Atem holen und zurück in meinen Rhythmus finden? An welchen Stellen bin ich ungeduldig und grob mit mir selbst, weil ich nicht funktioniere und >schon wieder< schlapp mache? Was macht das mit mir?

Geschwindigkeit

Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich schon wieder ein Tempo aufgenommen habe, bei dem ich merke, dass es mir nicht gut tut. Das passiert so schnell, sobald es mir wieder besser geht. Da sprudeln die Ideen und der Tatendrang. Die Energie ist zurück und muss sofort verpowert werden. So gern möchte ich die Langsamkeit beibehalten. Dazu zwingt mich dann mein Körper mit Schlappheit oder Hypererregung. Und dann werde ich streng mit mir. Schimpfe mich innerlich, warum ich es nicht schaffe, achtsam mit mir selbst zu sein. Ach ach. Es ist doch ein längerer Weg zur Heilung als ich mir eingestehen will.

Kraftquellen

Der Garten läd mich ein zurück in die Langsamkeit und Erdung zu kommen. Dort schneide ich den Lavendel zurück, rupfe Unkraut, was während des Urlaubs gewuchert ist und mulche die Bette neu mit frisch geschnittenem Rasen. Wenn die Familie am Morgen noch schläft, geniesse ich mein Frühstück mit frischen Beeren aus dem Garten und Lektüre zu der ich momentan zu selten komme. Am Abend, wenn es kühler ist, sitze ich draussen am Tisch, geniesse Zeit mit dem Mann und strukturiere meine Ideen und Gedanken in meinem Bulletjournal. Ich spüre kreatives Kribbeln und die Sehnsucht nach langen Spaziergängen zu meinem Sitzplatz, nach Gesprächen mit Gott und das Zirpen in der Natur.

Was schön ist

Das Klopfen des Spechtes im Baum, Sonnenblumen am Strassenrand, Ernte aus dem Tochterfreundgarten, Seerosen in ebenjenem, liebevollste Post im Briefkasten, Urlaubskassenüberraschungszuwendungen, Gespräche mit dem Mann, Nachrichten mit Freundinnen, im Garten werkeln, die August Art Journal Challenge und innige Umarmungen.


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Ein Gedanke zu „Zu viel

  1. Genauso…!!!
    DANKE Ramona, für eben diese authentischen Worte.
    Alle jubeln,wie schön,harmonisch und kraftspendend die Ferienzeit ist!
    Mir geht es da wie Dir, gerade in den langen Sommerferien bleibt wenig Zeit für mich allein…und wenn dann will ich zu viel in kürzester Zeit…
    Verbindend ist gerade auch die Veränderung der Kids bezüglich Schulwechsel bzw. Einschulung(selbige Konstellation wie bei Euch;-))Eine durchaus spannende und emotionale Zeit gerade für ALLE.
    Donnerstag startet die Grosse in die Stadt zum Gym und am Samstag ist Einschulung unserer Kleinen…Wieder einmal mehr Loslassen…
    Ich wünsche Euch entschleunigte Ferien; mit Raum&Zeit für Dich mit Gott und in der Natur.
    Liebste Grüße, Ines:-)

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