Worte auf der Goldwaage – heilsame Sprache

Worte auf der Goldwaage – heilsame Sprache

Bevor der goldene Oktober vorbei ist, möchte ich noch einen letzten Impuls zum Thema Gold hierlassen, der mir sehr am Herzen liegt. Ich habe beim Dharmatraining einen sehr interessanten Vortrag über heilsame Sprache gehört, der mich noch immer und immer wieder beschäftigt.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Joh. 1)

Worte haben Schöpferkraft. Mit Worten erschaffen wir etwas. Ein Idee, ein Gedanke hat noch keine Form. Erst durch Worte, geschrieben oder gesprochen, manifestiert sich etwas. Erst Sprache führt in der Welt zu Veränderung. Wie diese Veränderung ist, bei dir oder mit deinen Mitmenschen, kannst du dort die Art und Weise der Sprache mitbestimmen.

Verbindung oder Trennung

Durch Sprache kann ich Verbindung oder Trennung herstellen. Ich kann mich durch Geheimsprache (oder Fachsprache) mit anderen verbinden, gleichzeitig aber auch Menschen ausgrenzen. Mit Sprache kann ich werten, moralisch anklagen, verallgemeinern oder doppeldeutig sprechen. Das alles führt zu Trennung und Verlust von Kontakt.

Allein durch das Umformulieren kann ich eine andere Wirkung erzielen. Das merken wir täglich an den Nachrichten. Würde unser Fokus auf positiven Nachrichten bei der Berichterstattung liegen, hätten wir weniger Angst.

Über die Sprache in die eigene Kraft kommen

Nicht nur im Gespräch mit anderen beeinflusst die Sprache, wie der Empfänger unsere Botschaften versteht. Auch mit uns selbst machen Formulierungen etwas. Überprüfe einmal, wie oft am Tag du etwas musst. Durch das bewusste Formulieren kannst du deine Haltung verändern. Wer muss, ist nicht frei. Du kannst stattdessen etwas wollen oder dich für etwas entscheiden. Über die Sprache kommst du in die eigene Kraft. Du entschiedest. Statt ein verallgemeinerndes ‚man‘ kannst du ‚ich‘ verwenden, wenn du etwas ausdrücken möchtest, was dich betrifft („man versteht das gar nicht“ -> „ich verstehe das nicht“).

Wörter, die schnell zu unheilsamen Gesprächen führen können sind auch: nie, immer, aber, ja aber!, du bist… Vielleicht kennst du die Wirkung dieser Worte selbst. Ja, aber! und du fühlst dich sogleich nicht mehr gehört. Dein Gesprächspartner ist schon im Widerstand.

Beobachte für eine zeitlang deine Sprache und die deiner Umwelt. Was macht es mit dir? Wie fühlt es sich an?

6 Gedanken zu „Worte auf der Goldwaage – heilsame Sprache

  1. Bei der Gelegenheit : kennst du die Bücher von Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf ( z.B. „in der Sprache liegt die Kraft „) ? Sie beschreibt die Wirkung von Sprache, von üblichen Formulierungen und gibt Anregungen, den eigenen Sprachgebrauch zu überdenken und zu verändern. Hat mich sehr beeindruckt !

  2. Ja, das Buch „In der Sprache liegt die Kraft“ ist mir auch gleich dazu eingefallen. Bei einem Vortrag zu dem Thema hatte ich einige Aha-Erlebnisse.Ich habe z.B. immer versucht, „etwas auszudrücken“. Seit ich mit meiner Sprache bewusster umgehe, „sage ich etwas“ und finde so viel leichter die richtigen Worte. Wie viel Gewalt (und auch militärische Ausdrücke) in unseren Worten uns und anderen gegenüber steckt, ist echt erschreckend. Es ist wirklich gut, sich bewusst zu machen, was für Worte wir verwenden, denn Worte haben die Macht zur Veränderung.

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