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gelesen :: Mein Jahr als Säugetier

Hier schreibe ich kurz noch die Zusammenfassung zum neulich zu Ende gelesenen Buch. Ich schreibe das in erster Linie für mich selbst auf und sammle meine gelesenen Bücher in meiner Leseliste. Ich freue mich sehr, daß ich wieder mehr zum Lesen komme. Mit einigen Verlagen bin ich eine Partnerschaft eingegangen. Ich bekomme Bücher zum Lesen, Testen und Rezensieren. Ich verdiene daran kein Geld, habe aber Spaß am Lesen und Entdecken. Manche Bücher  bekomme ich einfach zugeschickt, manche wähle ich mir selbst aus, wenn ich sie angeboten bekomme, und für manche Bücher frage ich gezielt an, weil ich mich dafür interessiere.
Ich stelle Bücher vor, wenn ich sie als lesenswert betrachte und schreibe über Bücher, die ich gelesen habe. Das mache ich auch mit Büchern, hinter denen keine Kooperation mit Verlagen steht. Mir macht das echt viel Spaß, weil ich dadurch neue Bücher kennenlerne, auf die ich sonst nicht gekommen wäre. Ausserdem empfehle ich gern Dinge weiter, die ich gut finde. Und auf der anderen Seite freue ich mich auch über Anregungen von meinen Lesern und aus Blogs.

Doch jetzt endlich zum Buch.

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Mein Jahr als Säugetier, Das ehrliche Stillbuch von Theresa Thönnissen, Knaur, 14,99 Euro

Das Buch kam über den Knaur Verlag zu mir. Ich bekam eine email, ob ich es lesen möchte und forderte ein Rezensionsexemplar an, weil mich Titel und Klappentext ansprachen. Schliesslich bin ich ja auch schon seit vielen Jahren stillende Mutter und kann einige Geschichten dazu erzählen. Also begann ich recht motiviert, das nett geschriebene Buch zu lesen. Es ist wirklich leichte Lektüre für zwischendurch. Theresa Thönnissen beschreibt ihre Reise vom vage formulierten Kinderwunsch über Schwangerschaft, Stillzeit bis hin zum Abstillen und Wiedereinstieg ins Berufsleben. Das ganze schreibt sie recht überspitzt und witzig. Am Anfang konnte ich noch lachen, später im Buch konnte mich der Humor nicht mehr abholen. Ich habe zwischendrin sogar überlegt, das Buch abzubrechen. Zum einen konnte ich mich mir der Frau überhaupt nich identifizieren, auch wenn mir viele ihrer Probleme bekannt vorkamen. Aber ihre Sichtweise, Herangehensweise, ja ihr Lebensentwurf ist so fern von meinem, daß dadurch einfach einige ihrer witzigen (aber leider sehr flachen) Bemerkungen verpufft sind. (Oder ich bin zu humorlos.)
Deutlich wird im Buch dennoch die wunderbare Entwicklung der Frau zur Mutter. Wie sie nun nicht mehr nur für sich selbst Verantwortung trägt, wie sie daran wächst und sich weiter entwickelt. Wie Gelassenheit kommt und der Alltag gewuppt wird. Wie sich das Verhältnis zu ihrem Mann verändert (der erste Sex nach der Geburt!), wie aus Partnern Eltern werden.

Lieblingszitate:

(Auf der Suche nach einer geeigneten Entbindungsklinik)
„Wer will schon auf einem Standstreifen entbinden? Nach einer Stunde, fünfzehn Mintuen und einer Pinkelpause erreichen wir den Forst, in dem sich die Anthroposophen verbergen. Es ist ein herrlicher Sommerabend, es duftet nach frisch gemähtem Gras. Tauben gurren. Begeistert tanze ich von einem Gebäude zum nächsten.“ (S.28)

„Mit den Teebeuteln, die überall herumliegen, habe ich mich schon abgefunden. Manchmal drücke ich sie der Einfachheit halber auf Stilleinlagen aus. Mein Freund sammelt den Müll tapfer ein und trägt ihn weg. Nicht mehr lange und er wird wieder arbeiten gehen. Dann muss ich probieren, nicht vollkommen zu verwahrlosen.“

„Es geht nur noch um Nippelcreme, die soweiso nichts bringt, und darum, „wie oft er oder sie nachts kommt“. Dafür, dass ich bei dieser Frage regelmäßig in Kichern ausbreche, hat keine der Frauen Verständnis. Aus ehemaligen Galeristinnen, Sachberaterinnen, Ärztinnen und Rechtsanwaltsgehilfinnen sind Säugetiere geworden.“

Kritik:
Was mir sehr aufgefallen und aufgestossen ist: Keine der drei im Buch erwähnten Hebammen wurde der Respekt gezollt, die ihr gebührt. Die eine wurde als esoterisch und alternativ belächelt  (wie die Ökos sowieso im Buch, was ich ja eigentlich generell ab kann) mit ihrer Hexerei, die andere hatte von Tuten und Blasen keine Ahnung und die dritte war ruppig. Das zeichnet kein gutes Bild von den Hebammen und gibt mir vielleicht doch eine Ahnung, wie dieser Berufsstand vielleicht ausserhalb meiner Filterblase betrachtet wird? Ich weiss es nicht. ich hatte mich neulich schon beim Hebammentag gewundert, warum so wenige Menschen auf den Stachus waren, obwohl es doch so viele was angeht. Aber ich schweife ab….

Ein Kommentar

  • Julia

    Lese immer wieder gern deine Buchrezensionen.
    Ich glaube, dieses Buch würde mich nicht ansprechen, wobei ich mich gerne mit dem Thema beschäftige.

    Auf meinem Nachttisch liegen jetzt insgesamt vier Bücher, hmm, manchmal dauert es dann doch ein wenig, bis ich ein Buch fertig habe. Ich lese meinstens ca. 20-40 Minuten vor dem Einschlafen.

    Bin schon gespannt auf weitere Buch-Empfehlungen von Dir.

    LG Julia

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