_Sommer

Freude, Sehnsucht und Melancholie

In mir drin hat sich eine seltsame Stimmung ausgebreitet. Sie überkam mich ganz plötzlich auf einem Spaziergang und verharrt als eine Mischung aus Melancholie, Sehnsucht, Traurigkeit und innerer Unruhe. Ein an-der-Schwelle-stehen. Ungewissheit. Wenn ich es recht überlege, ist es für mich ein typisches August-Gefühl, und ich wundere mich, ob es diese Zeit ist. Das Schnitterinnenfest am ersten August Vollmond. Lammas oder Lungnasad. Die Zeit der Ernte. Sich von Dingen trennen. Einen Schnitt machen. Diese Stimmung in der Natur, die Gegensätzlichkeit von Fülle und Ernte, von Sterben und Überfluss, von Dürre und Reife. Das Loslassen schon mitschwingend noch im größten Sommerhoch. Ich weiss es nicht.

Ich bin überwältig von der Fülle und Schönheit um mich herum. Das Licht im abendlichen Garten. Das Summen der Bienen in den blühenden Kräutern. Die Geschenke der Natur. Ich bin dieses Jahr verzaubert von leuchtenden Vogelbeeren und bunten Kartoffeln. Es erfüllt mich so sehr, in Küche und Garten zu werkeln, zu ernten, zu kochen und haltbar zu machen. Vielleicht ist es diese Art der Langsamkeit, die ich aus dem Corona-Frühjahr retten möchte. Die mir so gut getan hat in der Zeit. Neulich las ich im Anselm Grün Newsletter aus dem Herder Verlag „Langsam tut der Seele gut“ – wie passend zu meinem Monatsmotto für August. (Natürlich weiss ich das auch ohne Anselm, aber ich mag es, immer mal wieder daran erinnert zu werden, denn wie schnell verlieren wir doch den Blick für das Wesentliche in der hektik des Alltags…)

Schätze aus dem Garten

Aus den ersten Klaräpfeln vom Apfelbaum einer Freundin habe ich Apfelessig hergestellt. Von den Bienen meiner Schwester habe ich Honig. Das Hochbeet der Tochter schenkt uns Rote Beete, wovon ich schon einige eingelegt habe. Mein minikleiner Kartoffelacker birgt tollste Kartoffeln. Ausserdem gibt es eine kleine Bohnenernte, Himbeeren, Tomaten und Kräuter. Alles bescheiden in diesem Jahr, aber umso kostbarer.

Kostbar empfinde ich auch die tägliche Arbeit an meinem August Art Journal und das wunderbare Feedback der teilnehmenden Frauen. In der Gruppe auf Facebook gibt es jeden Tag neue Arbeiten zu sehen, viel Freude, Austausch und Aha-Momente, wie zum Beispiel von Nici. Das macht mich so glücklich! Mein Motto für das August Art Journal ist:

„Frage nicht, was die Welt braucht. Frage dich selbst, was dich lebendig macht, und gehe und tue das, denn was die Welt braucht, das sind Leute, die lebendig geworden sind.“ Howard Thurman


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Ein Kommentar

  • Claudia

    Mir geht’s ähnlich…es liegt auch schon ein Hauch Herbst in der Luft…da werden ich immer etwas wehmütig…..lb.Gruß Claudia

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