_Sommer

Ferienschnipsel – ganz schön viele Feiern

Am Ende unserer zweiten Ferienwoche hatte ich gestern das erste Mal kurz das Gefühl von Urlaub. Die letzten Tage waren doch irgendwie noch sehr dicht gedrängt von Feiern, Reisen und noch mehr Feiern. Jetzt wird es Zeit, zur Ruhe zu kommen. Ich weiss gar nicht, wie es jeden Sommer wieder passiert. Das Gehetzt sein. Das Reisen und Sehen wollen. Bin ich so langweilig geworden, dass es mich nicht nach draussen in die Welt zieht, Abenteuer zu erleben? Dass ich meine eigenen vier Wände mehr schätze als Reisestress und Unwegsamkeiten? Wenn ich unterwegs bin, habe ich schon auch Freude daran, aber es ist eben auch anstrengend. Vielleicht wohnen da zwei Seelen ach in meiner Brust, um mal Herrn Goethe zu zitieren.

Wir sind also nun im Ferien-Arbeits-Modus. Denn natürlich haben wir keinen echten Urlaub, sondern alles läuft wie immer, nur ein bisschen langsamer vielleicht. Da gibt es Aufträge und Aufgaben, Ideen und Dinge, die erledigt werden wollen. In der zweiten Augusthälfte haben wir uns offiziell zwei Wochen Urlaub in den Kalender eingetragen. Als Erinnerung, dass da eben keine Kundenaufträge oder vermeintliche To-Do’s den Vorrang haben, sondern Familie, Ausflüge und Nichtstun. Das erlauben wir uns viel zu wenig. Immer liegt irgendwas an.

Die ersten beiden Feiern

Gleich zu Ferienbeginn haben wir den Geburtstag des Wolfes nachgefeiert. Eine schöne Party in der Trampolinhalle, die ihn aber, als alle Gäste weg waren, etwas verstimmt zurückliess. Da ist wohl viel Bewegung in ihm drin – wohl das letzte Mal, dass er seine Freundinnen der alten Klasse so zusammen gesehen hat. Dann gab es ein kleines Sommerfest in unserem Garten. Das wollte ich schon immer mal machen, und am Ende war es ein richtig schöner Nachmittag mit lieben Menschen, guten Gesprächen und leckerem Essen. Vorher war ich ein bisschen aufgeregt, ob auch alles gut gehen würde.

Ein paar Tage später sind wir dann zu meinen Eltern gefahren. Weil das Auto zur Werkstatt sollte, sind wir mit dem Schnauferl der Tochter gefahren. Das hat eine Weile gedauert, unsere Anreise. Ganze 9 Stunden waren wir unterwegs, wo wir sonst 5 Stunden und Pausen brauchen. Woran es gelegen hat, konnten wir am Ende nichtmal sagen. Es ist aber ziemlich cool, bei der eigenen Tochter als Beifahrerin mitzufahren. Ein verrücktes Gefühl, dass das Kind was gerade eben noch in meinen Armen liegt jetzt schon Auto fährt (und noch viele andere tolle Dinge kann und tut.)

Die dritte Feier

Die Zeit bei meinen Eltern war fröhlich, voll und kunterbunt. Ein Familientreffen anlässlich der Einschulung meines Neffen. Es war schön, alle wieder zu sehen, den ganzen Tag rumzulungern und zu essen. Ich habe bei Vollmond unter freiem Himmel geschlafen und das Grab meiner Oma am Friedhof besucht. Ich war mit der Tochter im Einkaufszentrum, hatte schöne Gespräche mit einer Freundin und eine Pediküre mit neuem Nagellack von meiner Schwägerin. Ich habe viel gelesen und eine schöne Zeit bei meinen Eltern verbracht.

Der Wolf wollte direkt dableiben. Die ganzen Ferien. Mit etwas gemischten Gefühlen hab ich das zugelassen, wohlwissend dass er vermutlich mehr zocken, Film schauen, Cola trinken und Süßkram essen wird, als hier daheim. Aber es sind Ferien, oder?

Ich komme langsam wieder daheim an. Es herrscht noch Ferienchaos. Mitgebrachte Dinge liegen rum, angefangene Arbeiten stapeln sich und Sachen, die ich tun möchte warten auffordernd an allen möglichen Ecken des Hauses und des Gartens. Meine Mitte muss ich erst wiederfinden. Aber gestern, da war eben dieses Gefühl von Urlaub. Der Abend war sommerwarm und goldlichtdurchflutet. Aus der Ferne drang eine rege Geschwätzigkeit aus dem Biergarten des Wirts. Ich sass mit meinem Buch auf der Terrasse und genoss den Abend.

Die vierte Feier

Die Tochter ist auf dem Weg nach Norwegen, wo sie zwei Wochen mit ihrer Freundfamilie verbringen wird. Es ist ruhig im Familiengefüge, wenn auch alle noch durch die Nabelschnur des Smartphones verbunden mit mir sind. Gestern haben wir den Geburtstag des Sternguckers nachgefeiert. Wir waren mit seinen eingeladenen Freunden im Bergtierpark Blindham. Das weitläufige Gelände ist ein tolles Ausflugsziel. Neben den Tiergehegen gibt es vielfältige Spielmöglichkeiten für drinnen und draussen.

Gelesen

Alle drei sind seichte Sommerlektüre ohne wesentliche Tiefe oder literarischen Hochflug, aber sehr unterhaltsam und perfekt als Urlaubslektüre. Bei allen drein ist mir aufgefallen, dass ich die Protagonisten nicht nachvollziehen kann, entweder in ihrer Unfähigkeit zu kommunizieren, Fragen zu stellen oder ihren Gedankengängen. Entweder anders kommt in einem Roman kein Plot zustande oder ich ticke grundsätzlich anders :)


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Ein Kommentar

  • irka

    mir geht das vermehrt so, dass ich mit Büchern und Filmen immer weniger anfangen kann, weil ich ständig frage: warum sagst du jetzt nichts? Wieso so, warum das, warum dies. Mir ist bewußt, dass das so muss, damit eine Story erzählt werden kann, aber in der Art wirkt es auf mich weltfremd :D

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