unterwegs

Drittes Oktoberwochenende 2020 – Weibertreffen am See

Rund um Leipzig gibt es eine Vielzahl an Seen. Diese sind aus ehemaligen Braunkohletagebaulöchern entstanden. Diese wurden geflutet und zu Naherholungsgebieten umgestaltet. Am Wochenende traf ich mich an zwei der Seen mit meinen ältesten Freundinnen und verbrachte ein sehr schönes, ausgelassenes Wochenende.

Meine Freundinnen und ich, wir kennen uns zum Teil schon seit der Geburt. Schon unsere Eltern sind miteinander zur Schule gegangen oder kannten sich aus der Nachbarschaft. Auf dem Dorf, wo wir alle aufgewachsen sind, ist das keine große Kunst. Wir lebten in unmittelbarer Nachbarschaft, gingen zusammen zum Kindergarten, zur Schule und später auch in wechselnder Besetzung zum Gymnasium. Über all die Jahre haben wir sechs Frauen eine lose Verbindung gehalten, uns regelmässig getroffen und Zeit miteinander verbracht. In den letzte Jahren, die Kinder (wir haben insgesamt 12) sind nun alle etwas älter, versuchen wir einmal im Jahr ein Wochenende miteinander zu verbringen und unsere Freundschaft zu feiern.

So fuhr ich am Freitag nachmittag nach der Arbeit zu meinen Eltern. Dort verbrachten wir einen schönen gemeinsamen Abend. Wir sehen uns ja nicht so oft und noch seltener ohne Kinder. Die paar Stunden miteinander waren sehr herzlich und taten uns allen gut. Am Samstag traf ich mich dann 11 Uhr bei den Eltern meiner Freundin, von wo aus wir gemeinsam starteten.

Am Cosbudener und am Hainer See

Eine der Damen hat also ein feines Programm ersonnen, eine andere eine Ferienwohnung für eine Nacht gebucht, und alle haben etwas mitgebracht. So trafen wir uns zum Auftakt am Cosbudener See zum gemeinsamen Mittagessen in der Pizzeria. Danach hatten wir ein fesches Sechserfahrrad gemietet, mit dem wir gemütlich in zwei Stunden den See umrundeten. 12 km mit diversen Fotopausen und Zwischenstops. Ok, es war auch ein bisschen anstengend, diese ungewohnte Art zu radeln, aber seehr lustig!

Für den Rest des Tages und der Nacht fuhren wir dann gemeinsam (mit den Autos) zu unserer Ferienunterkunft, die uns erstmal in Staunen versetzte. Das Ferienchalet Moana  lag am Hainer See. Seine großen Glasfronten boten einen herrlichen Blick zum Wasser, die Inneneinrichtugn war geschmackvoll und großzügig. Im Abstellraum lagen neben Liebhaberwein sogar Paddelbretter, die wir hätten nutzen können. Aber wir hatten andere Pläne.

Nach der Aufteilung unserer Betten und einem kurzen Spaziergang zum Strand läuteten wir den gemütlichen Teil des Tages ein: Die Mädels hatten einen Raclettegrill eingepackt und alle möglichen Zutaten dafür. So saßen wir bis in den Abend, der sich nach dem Raclette gleich mit Knabberkram, Eierlikör und Wein bis 1 Uhr hinstreckte.

Da sassen wir also in bekannter Vertrautheit, tauschten uns über den Stand der Dinge in unserem Leben aus. Sechs Lebensgeschichten an einem Tisch, davon 18 Jahre gemeinsame Vergangenheit – da gibt es genügend Gesprächsstoff. Immer wieder für Erheiterung sorgen bei unseren Treffen mitgebrachte Briefchen aus Schulzeiten, gemeinsam geschriebene Teenagergeschichten und Schwämerein, Liebesbriefe und Fotos. Diesmal stöberten wir durch alte Schülerzeitungen, bei denen wir selbst die Redakteurinnen waren, und Steckbriefhefte, deren Fragen wir uns selbst ersannen. Herrlich!

Es gibt keines unserer Treffen dieser Art, wo wir nicht gemeinsam Lieder singen, die man damals in der DDR eben sang. Von Hans Beimler und Ernst Thälmann, dem kleinen Trompeter und der roten Fahne. Es ist immer wieder ein bisschen schräg faszinierend, wie textsicher wir bei diesen Liedern sind und wie sehr wir uns an sie erinnern. Und gleichzeitig erschreckend, weil wir jetzt als Erwachsene die Texte nochmal ganz anders wahrnehmen und verstehen.

So richtig viel Schlaf gab es also nicht. Dafür viel Lachen und Spaß. Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam und brachten das Haus wieder in Ordnung. Wir wären alle gern noch ein paar Tage länger geblieben, weil es da so schön war. Die Bücher in den Regalen der Ferienwohnung luden ebenso zum Verweilen ein, wie die gemütlichen Sessel und Couch.

Alpakas sind Therapietiere

Aber unser Programm war noch nicht zu Ende. In Kahnsdorf hatten wir eine Alpaka-Tour gebucht. Eine Stunde lang führten wir die flauschigen Andentiere durch den Park, der an das Herrenhaus grenzte. Alpakas sind nicht nur Wolltiere, sondern werden auch zu Therapiezwecken eingesetzt. Kann ich mir gut vorstellen. Anfangs war ich etwas skeptisch zu dieser Idee, fand unseren Spaziergang dann aber so schön!

Zum Mittag und zum Aufwärmen kehrten wir im Schillercafé ein, was uns so gut gefiel, dass wir unseren Platz auch noch für unseren Abschluss bei Kaffee/Tee und Kuchen reservierten. Zwischendrin schnappen wir noch ein bisschen frische Luft, indem wir durch den Ort spazierten. Nach unserem Kuchenschmaus verabschiedeten wir uns voneinander und eine Freundin nahm mich mit zum Leipziger Hauptbahnhof, von wo aus ich direkt zurück nach Hause fuhr. Weil der Mann einen Gongabend hatte, holte mich die Tochter vom Bahnhof ab.


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