Erfurt – ein beschauliches Freundinwochenende

Erfurt – ein beschauliches Freundinwochenende

Wenn man im Leben schon oft umgezogen ist und an vielen Orten in Deutschland gelebt hat, dann ist auch der Freundeskreis weit verstreut. Und manchmal ist es bei dieser Entfernung das Beste, sich dann doch einfach mal in der Mitte für ein Wochenende zu treffen. Um über Kinder und Männer und Schule und Arbeit zu reden, gemeinsam zu geniessen und ein bisschen Kultur und Freizeit zu erleben.

Nachdem es letztes Jahr nicht geklappt hat, haben wir eines der wenigen freien Wochenenden in unserem Kalender für ein Freundinwochenende eingeplant. Die Wahl fiel auf Erfurt. Ich war neugierig auf die Stadt und zugegeben etwas skeptisch. Vielleicht hatte ich noch grauen DDR-Mief im Hinterstübchen. Oder gar keine Vorstellung?

Liebevoll und individuell

Erfurt hat mich vom ersten Moment an verzaubert. Also das, was ich davon gesehen hab. Der mittelalterliche Stadtkern, die vielen Kirchen, die Krämerbrücke. Ich war entzückt von den kleinen schiefen Häusern, dem Kopfsteinpflaster und den liebevoll gestalteten und individuellen Lädchen. Der Puppenmacher auf der Krämerbrücke mit seiner Werkstatt und dem Figurentheater „Theatrum Mundi“ (Hier gibt es noch ein kleines Video über ihn). Die Blaufärberei, Holzschnitzkunst und Töpferei. Die Frau vom Puppenmuseum, die uns begeistert ihre Puppenhausliebe zeigte. Die schön gestalteten Schaufenster und kleinen feinen Details. Dann gab es da noch die Schokoladenmanufaktur und die Holzkreisel, Töpferwaren und frisch gebackenes Sauerteigbrot, Kunst und Handwerk wohin das Auge blickt.

 

Handgeschriebenes zieht mich an

Wir hatten zudem Wetterglück. Die Sonne schien frühlingshaft, ab und zu gab es einen kleinen Nieselschauer und erst am Sonntag Regen und Wind. So konnten wir viele Spaziergänge durch die kleinen Strassen und Gassen unternehmen, auch mal zum Zeichnen und Reden in der Sonne sitzen.

Wir schauten uns eine Foto-Ausstellung von Sebastian Hesse „Sieben Geschichten zum Glauben“ an. Schöne Schwarz-Weiss-Fotografien mit beeindruckendem Licht und auf dem Audio-Guide Gedanken vom Fotografen persönlich. In der Ausstellung waren sogar seine Fotoausrüstung und zwei seiner Reisetagebücher zu sehen. Ich weiss auch nicht, warum mich handschriftliche Aufzeichnungen, Tagebücher und Briefe so magisch anziehen.

Auch Kalligrafie entdeckte ich an manchen Ecken. In einem zweiten Theaterfenster des Puppenschnitzers (du merkst schon, er hat es mir angetan) gab es ganz viele Handillustrierte und kalligrafierte Bücherrücken als Teil der Deko. Hach. Sowas liebe ich.

In der Pedigerkirche habe ich mich von Meister Eckhart inspirieren lassen. Der hat große Teile seines Lebens in Erfurt gelebt und gewirkt. Ich hab gleich ein bisschen von seinen Gedanken über Gott gelesen. Die Kirche selbst ist sehr schön, hell und klar.

Ich habe das Wochenende sehr genossen und hätte locker noch zwei weitere Tage dranhängen können, so gut tat es. Dankbar für alle, die das möglich gemacht haben, bin ich nun zurück daheim und komme wieder im Alltag an.

Derweil gibt es noch andere Wochenendeinblicke bei Alu zu lesen.


Wie beim Frisör das Sparschwein oder bei StrassenkünstlerInnen der Hut, steht jetzt hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier.

3 Gedanken zu „Erfurt – ein beschauliches Freundinwochenende

  1. Liebe Ramona,
    das sieht zauberhaft aus! Dank für diesen tollen Einblick in das zauberhafte Erfurt. Wo habt ihr übernachtet und gespeist?
    Liebe Grüße
    Anna

  2. Wir waren im Hotel Krämerbrücke und haben einmal beim Inder „Punjabi Virsa“ gegessen und einmal bei den Nudelmachern „NuMa“.

  3. Freunde von mir waren über Silvester in Erfurt – da hatte ich mich auch erst gewundert, weil es mir zuvor noch nie als Touristadt untergekommen war. Und jetzt mit den Bildern von dir – es sieht auf den Bildern aus wie Göttingen, nur mit spannenderen Läden und Angeboten.

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