unterwegs

Herbstschätze

Nach dem Kalligrafietagen bei Ute in Treuchtlingen bin ich in den Zug gestiegen und weiter zu meinen Eltern gefahren. Die Reise war entspannt. Ich habe gelesen und ein klein wenig an meinem Dauerprojekt, einem Laceschal, gestrickt. Bei meinen Eltern habe ich mich mit der Tochter getroffen, die direkt nach der Schule von München aus mit der Bahn kam. Wir wollten ein Auto abholen. Meine Schwester hat ein neues Auto, ihr altes haben meine Eltern bekommen und deren altes Auto darf nun die Tochter fahren (sobald sie ihren Führerschein hat). Für uns bedeutet es, dass wir nun für ein paar Monate ein zweites Auto zur Verfügung haben – eine große logistische Erleichterung hier auf dem Lande. Bisher haben wir das ja immer mit dem Autoteiler abgedeckt. Das ist ein Verein mit einem Pool von Autos, die man sich über ein Buchungssystem ausleihen kann. Dafür zahlt man einmalig eine Beitrittsgebühr und für die Dauer, die man sich ein Auto leiht Stand- und Benzinkosten. Das funktioniert für uns ganz gut.

Herbstschätze aussen und innen

Aber mal weg vom Auto, das war nur die Vorgeschichte, warum wir überhaupt für so einen kurzen Zeitraum solch eine Reise machen. Immerhin sind es immer fast 500 km, die wir eine Strecke zurücklegen. Bei meinen Eltern genoss ich die Herbststimmung. Walnuss- und Haselnussbäume sorgen für Herbstschätze. Ich mag das sammeln und sortieren. Im Garten gab es noch frischen Salat und die letzten Gurken. Ich mag die Farben und die Stimmung auf dem Hof.

Während die Tochter mit meiner Mutter in Leipzig bei meinem Bruder war, blieb ich daheim bei meiner Oma. Ich schleppe schon seit Augsburg eine Erkältung mit mir herum, da war es besser dazubleiben. Mit meiner Oma machte ich einen langen Oma-Spaziergang durch die Siedlung und unterhielt mich mit ihr. Das war eine schöne gemeinsame Zeit, die ich sehr genossen habe. Sie hat mir ein bisschen von ihrem Bruder erzählt und wir haben kurz über das Sterben gesprochen. Später war ich nochmal allein im Wald. Wenn ich da bin, gehe ich oft im Kindheitswald spazieren. Dort kenne ich mich aus und obwohl sich der Wald seit meiner Kindheit verändert hat, ist er mir dennoch vertraut. Ich habe während meiner Kindheit oft im Wald gespielt. Buden aus Ästen und Zweigen gebaut, am Bach kleine Welten erschaffen oder Rollenspiele gespielt.

Pilzfreude

Beim ersten Spaziergang habe ich gleich ganz viele Pilze gefunden. Also bin ich am Abend nochmal mit der Tochter gegangen, weil sie auch mal Pilze suchen gehen wollte. Auch unser Minispaziergang war voller Pilzsegen. Unsere Freude haben wir noch mit meinem Onkel geteilt. Er wohnt am Wald. Wir haben ihn spontan besucht und gegenseitig unsere Pilzschätze gezeigt. Dabei habe ich gemerkt, dass es viel schöner ist, wenn man seine Beigeisterung und Freude mit jemandem teilen kann.

Die Tage bei meinen Eltern waren kurz, aber schön. Ich bin immer wieder gern dort. Am Sonntag machten wir uns auf den Rückweg. Mit vollbepackten Auto. So ist das wohl, wenn man von den Eltern wegfährt: umsorgt, aufgetankt und in Fülle. Auf dem Rückweg hatte ich viel Zeit mit der Tochter im Auto. Ich erzählte ihr ein paar Geschichten von Menschen aus meiner Vergangenheit (die Ausbildungszeit in Plauen – weil wir mit dem Auto da längs fuhren, wo ich früher immer langgekommen bin, wenn ich zur meinem Wohn- und Ausbildungsort fuhr). Ausserdem wollten wir einen ehemaligen Lehrer von mir besuchen. Das hat leider nicht geklappt, weil er keine Zeit hatte. Aber verschoben ist nicht aufgehoben.

Zuhause habe ich die Pilze geputzt und getrocknet. Die verwenden wir in Sossen und Risotto. Die frischen Steinpilze und festen Maronen haben wir frisch zu Pasta und Risotto gegessen. Es hab also viele Pilzgerichte in den letzten Tagen.


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