Mit der Tochter in Paris

Mit der Tochter in Paris

Irgendwann hatte sich die Tochter einen Ausflug nach Paris gewünscht. Mal den Eiffelturm sehen und Crème brûlée essen. Es hat einige Jahre gedauert, bis wir den Wunsch Wirklichkeit werden lassen konnten. Zum Geburtstag gab es einen Gutschein für unseren kleinen Paris-Ausflug, den wir in den Pfingstferien dann einlösten. Um unser Budget nicht zu sehr zu strapazieren, buchte ich ein 2-Bett-Zimmer in der Jugendherberge Jules Ferry, da wir eh eine Familienmitgliedschaft beim DHJ haben (und diese für Hosteling International gilt). Mit dem TGV reisten wir von München aus direkt nach Paris Gare de l’est. Ich fand die Reise sehr komfortabel, der Tochter gingt es nicht ganz so gut. In Paris bezogen wir unser spartanisches Zimmer im vierten Stock der einfach ausgestatteten Jugendherberge. Da gerade das Treppenhaus gemalert wurde, fuhr man uns im Lastenaufzug in den vierten Stock. Nachdem wir uns kurz ausgeruht hatten, zogen wir gleich los zu unserem ersten Ziel:

Tag 1 – Montmartre & Sacre Coeur

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Blick auf Sacre Coeur vom Kaufhaus La Fayette aus

Mit der Metro, für die wir uns gleich zuerst ein 3-Tages-Touristenticket (Paris Visite) gekauft hatten, fuhren wir zum Montmartre. Unser Ziel war, die Treppen zur Sacre Coeur hinauf zu steigen und ein bisschen in das Künstlerviertel einzutauchen. Ich verliebte mich wieder in die Pariser Jugendstil-Metrostationen. Wir sahen aus der Ferne das Moulin Rouge, schlenderten durch enge Gassen, bestaunten Strassenkunst und das Treiben der Touristen im Viertel. Wir fotografierten die Ich-Liebe-Dich-Mauer (Platz Jehan Rictus in der Nähe des Platzes Abesses) und stiegen viele Treppen. Unterwegs kauften wir uns ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen in einem Bioladen, die wir dann Abends in der Jugendherberge assen.

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Metrostation mit Blick auf Le Moulin Rouge
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Streetart
murjetaime
Le Mur des Je t’aime – 311 Liebeserklärungen in 250 Sprachen auf 612 Kacheln vom Künstler Frédéric Baron
karten
Postkarten an Freunde und Newsletter-LeserInnen

Tag 2 – Eiffelturm, Louvre, Notre Dame

Am nächsten Tag, nach einem spartanischen Frühstück (wir beschlossen, am nächsten Morgen auswärts zu frühstücken) begannen wir unsere Tour zum Eiffelturm (den wir uns aber nur von unten ansahen). Von dort liefen wir zu Fuß weiter zum Louvre, schlenderten durch Parks und Strassen und liessen uns gut Zeit. Das Licht war nicht so schön zum Fotografieren an dem Tag. Wie schade.

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Imposant und elegant in all seiner Größe, der Eiffelturm

Vom Louvre aus gingen wir weiter Richtung Notre Dame. Ein paar Stationen fuhren wir Metro. Mancherorts begegneten wir bewaffneten Soldaten mit Maschinengewehr im Arm. Das macht dann doch ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch. Unser nächstes Ziel war das Insititut de la Monde Arabe. Dort konnte man, so hatte ich es in Paris-Spaziergänge* gelesen, von der Aussichtsplattform im 6. Stock wunderbar auf Notre Dame blicken. Ich traute mich allerdings nicht in den gläsernen Fahrstühlen zu fahren, sodass die Tochter allein die Aussicht genoss, während ich fasziniert das steampunkig anmutende Sonnenschutzsystem mit seinen vielen Irisblenden bewunderte.

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Beeindruckendes Sonnenschutzsystem

Zum Mittagessen liessen wir uns in einem kleinen, von einer Blogleserin empfohlenen Restaurant, in der Nähe von Notre Dame nieder. Das Restaurant „Le grenier de Notre Dame“ ist ein vegetarisch-vegan-makrobiotisches Restaurant. Ich mochte die Auswahl auf der Speisekarte und die nette Bedienung. Danke für die Empfehlung.

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Notre Dame

Gestärkt schlenderten wir also weiter, bewunderten die wunderschöne Notre Dame (so beeindruckend) und bogen ab in die kleineren Strassen auf der anderen Seite der Seine. Dort suchte (und fand ich) den Kalligrafieladen Melodies Graphique. Diese Ecke von Paris hat mir fast am besten gefallen. Kleine Läden, Papeterie, Kunst, Klamotten, nicht so touristisch überlaufen, stilvoll und charmant.

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Fliese im Boden des Kalligrafieladens

Die Tochter genoss ihre Crème brûlée in einem Café an der Strasse. Dann besuchten wir den winzigen Laden Tumbleweed, über den ich auch in Paris-Spaziergänge* gelesen hatte und wo ich unbedingt für den Sterngucker einen Kreisel kaufen wollte. Die Verkäuferin war sehr nett und wir plauderten ein wenig, liessen uns beraten und probierten diverse Kreisel aus. Ziemlich erschöpft fuhren wir wieder zu unserer Jugendherberge in der Nähe vom Place de la Republique, kauften noch ein Baguette in der kleinen Biobäckerei an der Ecke und liessen den Tag erschöpft ausklingen (kleines Nickerchen, Abendessen & WLan im Speiseraum).

kreisel
Kreiseparade im Tumbleweed

Tag 3 – Gare Montparnasse & Jardin Atlantique, Les Catacombes und La Fayette

Wir wollten nicht in der Jugendherberge frühstücken, also kauften wir uns auf dem Weg etwas beim Bäcker und fuhren dann zum Gare Montparnasse. Unser Ziel sollten die Katakomben sein. Doch zuerst suchten wir den Jardin Atlantique, einen kleinen Park auf dem Dach des Bahnhofes Gare Montparnasse. Dort frühstückten wir unsere unterwegs gekauften Croissants und Baguettes. Die Züge, die den Gare Montparnasse verlassen, fahren alle Richtung Atlantik. Irgendwie mochte ich die Vorstellung. Wenn dann Ausgänge auch noch Porte Oceane heissen, dann macht es das Bild für mich komplett.

Im Bahnhof besuchten wir noch einen kleinen Moleskine-Laden, den ich entdeckt hatte und plauderten sehr nett mit dem Verkäufer. Er erklärte der Tochter eine kleine Lesetaschenlampe und erwähnte die Gremlins. Dann kam er sich plötzlich sehr alt vor, als sie damit nichts anfangen konnte. Das sorgte für viel Humor. Am Ende schenkte er uns zwei Ausmalpostkarten und mir ein kleines Moleskine-Notizbüchlein und wünschte uns viel Glück in der Warteschlange vor den Katakomben.

Genau dahin begaben wir uns und reihten uns in die Warteschlange ein. Wir vertrieben uns die Zeit mit Menschen beobachten, reden und zeichnen. Fast 2 Stunden lang. Dann endlich durften wir in das Labyrinth unter Paris. Die Tochter nahm sich einen Audioguide und hörte gespannt den Geschichten zu den Gebeinen in den Katakomben.

warten
Zeitvertreib beim Warten – Zeichnen
catacombes
unzählige gestapelte Gebeine

Als wir nach 45 Minuten wieder im Tageslicht ankamen, hatten wir erstmal Hunger. Wir schauten uns kurz im Souvenirladen beim Ausgang um und besorgen uns danach etwas zum Mittagessen in einem kleinen nahegelegenen Bioladen und im Marks & Spencer (der hatte so geniale und bezahlbare Salate!). Nach einer Stärkung fuhren wir zum Traditionskaufhaus LaFayette. Ich war so neugierig auf die Architektur! Und tatsächlich kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ich war eigentlich nur damit beschäftigt, die Details und Architektur des Kaufhauses zu bestaunen. Kraft für Klamottenkauf auf 6 Etagen hatte ich kaum noch. Wir kamen uns ausserdem stilistisch (und budgetmässig) etwas fehl am Platze vor.

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die Kuppel des Kaufhauses LaFayette

Nach Schliessung des Kaufhauses fuhren wir super erschöpft zurück in unsere Jugendherberge und liessen den Abend dort ausklingen, packten unsere Sachen für eine frühe Abreise am nächsten Morgen und gingen schlafen.

abendstimmung
Abendhimmel in der Nähe des Place de la Republique

Fazit:
Wir hatten eine total schöne, intensive Zeit miteinander. Es hat uns Spaß gemacht, Paris zu entdecken. Die Zeit war zu kurz. Paris empfanden wir laut und voll, was für uns Landeier natürlich gewöhnungsbedürftig war. Vorallem die Tochter hat Geräusche, Gerüche und Menschen sehr intensiv wahrgenommen. Das nächste Mal wollen wir eine komfortablere Unterkunft wählen. Pariser Jugendherbergsstandard ist dann doch kein deutscher. Wir hatten sehr schöne Begegnungen mit den Menschen, konnten uns gut orientieren und kommunizieren auch mit nur rudimentären Sprachkenntnissen. Ich bin sehr dankbar für diesen kleinen Ausflug.

Reisekosten: 716,85 Euro (358,43/Person)

  • Bahnfahrt im TGV München – Paris für 2 Personen mit Bahncard 24 187,55
  • Unterkunft in der JHB incl Frühstück für 2 Personen im 2 Bettzimmer 184,00
  • Metro-Tickets (inkl Neukauf eines verlorengeganenen 3 Tages Tickets) 78,30
  • Diverse Ausgaben für Essen, Postkarten, Sightseeing, Mitbringsel 267,00

9 Gedanken zu „Mit der Tochter in Paris

  1. solche gemeinsamen mutter-tochter-erlebnisse sind unbezahlbar, finde ich.
    freu mich für euch :-) schöne grüße andrea

  2. So eine Reise zu zweit finde ich eine ganz wunderbare Idee. Danke für die vielen Tipps, vielleicht werde ich ja auch mal wieder nach Paris fahren. Allerdings kann ich kein Französisch, was ich dann immer etwas schwierig finde.
    LG, Micha

  3. Kleiner Tipp für den nächsten Besuch:
    Man kommt mit den 10-er Einzeltickets für die Metro viel preisgünstiger weg. 10 Stück kosten um die 14 Euro (evtl. jetzt bissel mehr) und solange man die Metro oben nicht verlässt kann man dann damit fahren und so oft umsteigen wie man möchte.
    Wir haben meist pro Person max 3-4 Stück/Tag gebraucht. Das Tourimetroticket lohnt sich nur beim gleichzeitigen Besuch diverser Museen.
    Man muss sie sich halt an den Automaten mit 1€/2€ Stücken ziehen aber wenn man das weiß ist das ok.

  4. Liebe Ramona, vielen Dank für diesen schönen und ausführlichen Bericht.
    Ich mache auch gerne mit meiner Mama solche Städtereisen, wir waren bis jetzt in Brüssel, Berlin und Wien. Es ist immer eine so schöne und kostbare Zeit.

    Hab eine feine Woche.

    Liebe Grüße, Dani

  5. Danke dir für den kleinen Parisausflug :-)
    Ich hole mir jetzt erst mal ein Croissant und einen Milchkaffee….
    Übernachtungstechnisch lohnt es sich sogar im Reisebüro nach günstigen Hotels zu fragen,
    das ist dann doch gemütlcher als die JH und wie gesagt auch gar nicht so teuer.
    Viele Grüße – Antje

  6. Oh das liest sich schön! Und ich bin begeistert, dass ihr beide solch guten Französischkenntnisse habt, um mit Verkäufer*innen ins Gespräch zu kommen! Klasse! Solche liebenswerten Momente sind immer der Zauber einer Reise, finde ich.

  7. Hi, danke für den Bericht! Bin bald selber in Paris und werde deinen „Leitfaden“ benutzen :P
    LG

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