unterwegs

Nichtstun und Waldbaden

Nach unseren schönen gemeinsamen Ferien daheim in den letzten Tagen bin ich jetzt unterwegs zum Frauencamp in den Norden. Mit einem Zwischenstop bei meinen Eltern, wo ich die Minikatzen beobachte und einfach nur faul bin. Ich habe absichtlich keine Arbeit mitgenommen, um wirklich abzuschalten. Mir fällt das gar nicht so leicht. In meinem Kopf brodeln die Ideen, sucht es nach Lösungen und Wegen, nach Warum und Wie’s. Allein das Packen für meine Reise erzeugte schon Widerstände, so viel Zeug, soviel Gepäck. Ich kämpfe mit dem Temperatursturz, friere und bin müde und misslaunig.

Zwischenraum

Hier bei meinen Eltern braucht es eine Weile, bis ich ankommen und mir das Nichtstun zugestehen kann. Ich besuche eine Freundin zum Geburtstag und treffe mich mit einer anderen zum Abendessen. Es ist schön, diese alte Verbindung immer wieder zu spüren.

Ich mache einen Spaziergang durch meinen Kindheitswald, staune immer wieder, wie er sich verändert hat und doch vertraut ist. Alles ist trocken, weil es schon seit Monaten nicht geregnet hat. Ich klettere auf eine Buche und betrachte den Wald von oben, denke an die Kinderspiele und Phantasiewelten, die hier entstanden sind. Später setze ich mich auf eine Bank und halte inne. Ich meditiere, bete und schreibe in mein Journal. Die Sonne schiebt sich durch die Zweige und wärmt mich. Ich komme an und werde friedvoll. Ich beschliesse, das zu wiederholen. Der Platz wird in den nächsten Tagen zu meinem Ritual. Der gleiche Weg, der gleiche Platz. Sitzen, innehalten, beten, schreiben, sein.

Meine Widerstände schwinden, ich werde ruhiger, komme bei mir selbst an. Lose Gedankenfäden scheinen sich zu ordnen oder aufzulösen, ich schöpfe Kraft.

Ein Kommentar

  • frau siebensachen

    das klingt schön.
    ich mache mich morgen auch auf, mit der jüngsten zur mutterkindkur ins allgäu. undich habe genau sowas vor: mir einen platz im wald, am see oder fluss zu suchen, der dann meiner/unserer wird.
    hab es gut beim frauencamp! <3

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