unterwegs

Starkmacher-Wochenende

Wie sehr hatte ich mich schon auf das Starkmacher-Wochenende in Friedrichshafen am ersten Juli-Wochenende gefreut! Im Oktober war ich schon einmal dort. Das hat mir so gut getan, und ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, sodass es für mich keine Frage war, ob ich wieder dabei sein wollte. Den letzten Platz hatte ich ergattert. Was ein Glück.

Für das Wochenende war ein bisschen logistische Planung nötig, denn es fiel auf eine Gongausbildung des Mannes in Aschaffenburg. Wir konnten den Sterngucker bei den Eltern des Mannes unterbringen, der Wolf blieb das erste Mal allein daheim (mit gelegentlichen Besuchen seiner großen Schwester). Alle Kinder in guten Händen wissend, machte ich mich also im Tochterauto (ohne Klimaanlage, schwarz, Sonnenschein) auf den Weg nach Friedrichshafen. Die Fahrt dauerte im Freitagsverkehr eine Stunde länger als geplant. Dennoch kam ich gerade pünktlich zum Abendessen an und wurde freudig mit einem alkoholfreiem Cocktail begrüßt. Ein festlicher Einstieg!

Ich hatte ein kleines gemütliches Einzelzimmer im Don Bosco Haus. Das mag ich ja immer sehr: Bett, Tisch, Stuhl. Fertig. Die Einfachheit und Reduzierung. mal Abstand von der Fülle des Alltags, dem Besitz. Auf Reisen nehme ich immer mein eigenes kleines Dinkelspelzkopfkissen mit.

Nach der Begrüßung und dem Abendessen gab es eine erste gemeinsame Vorstellungsrunde mit einer persönlichen Geschichte einer Mitarbeiterin zum Thema „Du bist ein Gott, der mich sieht“. Auf einer großen Leinwand durfte jeder eine Farbe und ein Symbol hinterlassen. Das Ganze wurde dann vom Text des Einstiegsthemas gerahmt und war unser Bild für das Wochenende.

Den Abend liessen wir bei Lagerfeuer und Liedern mit der Gitarre ausklingen. Ich habe die ersten Glühwürmchen in diesem Jahr gesehen.

Kreatives Miteinander

Ich habe mich sehr über die vielen bekannten Gesichter vom letzten Jahr und die herzliche Begrüßung gefreut. Wir waren 20 Menschen, und es konnte ein schönes Wohlfühlmiteinander entstehen. Zwischen den gemeinsamen Mahlzeiten gab es viele Angebote, still oder kreativ in den Tag zu starten, sich sportlich zu betätigen oder handwerklich und künstlerisch auszutoben.

Letztes Jahr habe ich einen kleinen Hocker aus Holz hergestellt. Der steht noch immer in meinem Zimmer. Dieses Jahr gab es Liegestühle zu bauen. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich so voll hingekommen bin, dass ich eigentlich nur da sein wollte. Also ließ ich mich treiben. Wenn doch der Liegestuhl rufen sollte, dann ist es gut. Aber es sollte nicht sein.

Es gab feste Plenum-Zeiten mit verschiedenen Themen und dazwischen eben die Angebote: Liegestuhl bauen, Blumenkränze binden, Malen, Schatzkistchen basteln u.v.m. Mir genügte es, im Garten umherzuwandeln, die Stimmung aufzusaugen und dort zu sein.

Am Nachmittag habe ich mich mit einer der Frauen an den Bodensee zurückgezogen zum Reden und auf’s Wasser schauen. Dafür keinen Liegestuhl gebaut und keine Kränze gebunden. Das war genau richtig so. Ich hab es sehr genossen. Zurück im Garten des Seminarhauses, war ich dann doch inspiriert, hier und da ein bisschen zu werkeln.

Weil der Garten eine große Kreativstrecke war mit vielen Stationen, sind wir immer wieder miteinander ins Gespräch gekommen, konnten einander über die Schulter schauen und uns gegenseitig inspirieren. Das war eine ganz schöne Stimmung. Ich habe zwei kleine Collage-Schachteln gestalten, aus Resten einen kleinen Miniblütenkranz gebunden und aus Holzresten zwei Engelchen – einfach meinen Impulsen folgend.

Viel zu kurz kam uns allen die Zeit vor. Etwas wehmütig gingen wir am Sonntag nach dem Mittagessen auseinander. Mein Herz war ganz erfüllt von Zugehörigkeit, tiefen Gesprächen, Tränen, die ich weinen konnte und Impulsen, die in der Tiefe wirkten. Am liebsten wollte ich mich gleich vor Ort für das nächste Starkmacherwochenende anmelden. So gut hat es mir getan.

Gezahlt habe ich diese kleine Auszeit aus der Blogteekasse. Das Geld tue ich nämlich immer in ein extra Glas – für besondere Geschenke für mich selbst. Danke!


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