_Wochenende

Drittes Aprilwochenende

Die Zeit vergeht gerade wie im Fluge, dabei habe ich das Gefühl, dar nichts weiter zu machen. Daran merke ich, wie sehr ich dann doch immer noch auf Produktivsein und Tun ausgerichtet bin. Natürlich mache ich auch etwas, wenn ich nichts produziere: ich schlendere durch den Garten und schaue den Pflanzen beim Wachsen zu, ich schreibe und Male, ich stricke, ich hänge in der Hängematte, kümmere mich um den Haushalt, um die Kinder und die Versorgung der Familie auf mehreren Ebenen.

Das Wochenende war herrlich sonnig. Ich habe es mit einem Online-Bibleart-Journaling-Treffen begonnen, was die Administratorin der deutschen Bibleartoujournaling-Facebookgruppe organisiert hatte. Gemeinsam haben wir Psalm 9,11 gestaltet. Das war ein sehr schöner Vormittag. Währenddessen hatte der Mann einen Online-Workhop mit seiner Gongausbildungsgruppe, die sich normalerweise an diesem Wochenende zu einem Ausbildungsmodul getroffen hätten. Die Kinder haben sich selbst beschäftigt. Sie können hier nach wie vor rein und raus. Ein großes Privileg.

Zum Mittag gab es Spaghetti mit Krautsosse: Wir hatten Spitzkohl in der Gemüsekiste. Den habe ich in feine Streifen geschnitten und mit etwas Lauch und feinen Möhrenstreifen in der Pfanne weichgedünstet. Das ganze mit Pfeffer, Salz und Kümmel gewürzt. Dann mit Gemüsebrühe angegossen und mit Vega abgeschmeckt. Isst sogar der Wolf!

Die Tochter hat am Freitag Tiramisu gemacht, den gab es am Nachmittag für die Ei-Esser. Ich mache mir meistens ein Brot oder esse Kekse ohne Ei, wenn die anderen Kuchen haben, den ich nicht mitessen möchte (ich esse keine Eier). Wir sassen noch eine ganze Weile auf der Terrasse beisammen. Die Post kam und brachte ein Packerl von meinen Eltern, eine Ringana-Bestellung und einen lieben Danke-Brief von einer Kursteilnehmerin meines Herzenswege-Kurses. Aww, solches Feedback wärmt mein Herz!

Der Mann hat seinen neuen Hut eingeweiht. Hach, ich schau ihn so gern an, wenn er den auf hat (natürlich auch ohne Hut, aber mit Hut ist so anders neu schön).

Am Abend gab es das übliche Corona-Abendritual, was sich hier etabliert hat: wir schauen gemeinsam die Sendung mit der Maus, dann bringe ich oder der Mann den Sterngucker ins Bett. Dann machen es sich der Mann und der Wolf auf der Couch bequem und schauen zusammen einen Film. ich ziehe mich in der Zwischenzeit ins Büro zurück und werkel vor mich hin. Gestern hatte ich Zeit, beim Gebetshaus-Lobpreis dabeizusein. Später habe ich meine Collagematerialien sortiert und nebenbei das Laufen-Hörbuch weitergehört.

Sonntag

In der Nacht zum Sonntag hat es geregnet. Das tat dem Garten richtig gut. Bei meinem morgendlichen Gartenrundgang habe ich gesehen, dass jetzt endlich auch meine ausgesäten Lauchzwiebeln aus der Erde schauen. ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Sorgenvoll beobachte ich auch das Wachstum der Schnecken. Ich habe so Trittbretter zwischen den Beeten. Dort schaue ich tagsüber drunter und sammle die kleinen Schnecken ab, die sich dort vor der Mittagshitze verstecken. So hoffe ich, die Biester von meinen zarten Radieschenblättern fernhalten zu können. Ich bringe es natürlich nicht übers Herz, sie zu töten. Ich schmeisse sie auf unseren Kompost und hoffe, dass sie dort von anderen Tieren gefunden und gefressen werden. Unser Kompost ist ein kleines Schlaraffenland. Da wohnen Mäuse drin. Ganz in der Nähe habe ich auch schon einen Mauswiesel gesehen (so süß!). Igel haben wir auch.

Am Vormittag habe ich die neuen Wochenaufgaben für den Sterngucker ausgedruckt. Die Schule hat uns nach den Ferien nun per E-Mail über den neusten Stand informiert. Dabei habe ich mich sehr über die Transparenz zur Situation gefreut. Wir wurden über pädagogische wie wirtschaftliche Maßnahmen der Schulgemeinschaft informiert. Vom Klassenlehrer/ der Klassenlehrerin kam eine Email mit dem Hinweis auf die neuen Aufgaben, welche auf einer schulinternen Plattform zum Download zur Verfügung gestellt werden. Dort können die Kinder ihrem Lernstand und Interessen entsprechend ihre Aufgaben auswählen. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps zur Struktur bekommen, ansonsten wird uns aber als „mündige Eltern“ überlassen, selbst einzuschätzen, wieviel wir unseren Kindern zumuten können und wollen. Das finde ich sehr angenehm: keine Machtkämpfe und kein Stress in dieser seltsamen Lage, sondern offene Lernangebote – wie eben in der Schule auch.

Der Sterngucker hat mit dem Mann einen Schokokuchen gebacken. Die Backlust der Kinder lässt nicht nach, so scheint mir. Der Kuchen ist gut gelungen. Den gab es zum Nachmittagstee auf der Terrasse (hier wieder den Mann mit seinem tollen Sonnenhut vorstellen). Ich habe am Morgen die Betten abgezogen und das Wetter genutzt, die Bettwäsche zu waschen (damit sie schnell trocknet). Heut abend kann ich also in ein frisch bezogenes duftendes Bett schlüpfen. Darauf freue ich mich schon!

In der Gemüsekiste am Freitag war frischer grüner Spargel drin. Darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Der erste Spargel der Saison. Wir haben ihn als Spargelrisotto mit Bärlauch (aus dem Garten) gegessen. Das war sehr lecker. Das Rezept war in einer der Zeitschriften, die dem Paket von meinen Eltern begelegt waren. Hm. Für die Kinder gab es Pommes. Die mögen Spargel nicht so gern.

Den Nachmittag habe ich genutzt und mich mal dem Thema Masken genähert. In den vergangenen Tagen habe ich mir schon einige Modelle ausgeguckt, die ich probieren möchte. Hier findest du eine Übersichtsseite mit einer ganzen Sammlung an Modellen. Bei Alexandra Renke gibt es eine Anleitung zum kostenlosen Download und auch Rebecca von Elfenkind Berlin hat sich Gedanken gemacht. Ich habe ein erstes Modell genäht, was direkt ganz gut gelungen ist. Der Stoff hat natürlich ein Kalligrafie-Thema (sieht man vernäht nicht so gut).

Später, nach dem Schokokuchen, hatte ich endlich Zeit, mich den Texten für meinen nächsten Onlinekurs zu widmen. Von einer Idee zum fertigen Produkt ist es doch immer ein ganz schöner Weg: die Idee strukturieren und in passende Kurshäppchen einteilen, ansprechende Texte schreiben, um die Idee und den Nutzen einem anderne Menschen rüberzubringen, einen Preis für den Wert des Kurses festlegen, das ganze in einer Landingpage zusammenfassen, ein Produkt bei Digistore anlegen. Dann warten, dass das Produkt bei Digistore genehmigt wird. Erst dann kann ich mit der Werbung und dem Verkauf beginnen. Und dann erstelle ich parallel dazu die Inhalte. Heute habe ich mich also erstmal um die Texte und Bilder gekümmert. Morgen kommt der Rest.

Was schön ist

Seit dem ersten Frauencamp mit Jana habe ich eine ganz besondere Herzenbeziehung zu Weissdorn. Mit seinen weissen Blüten im Frühjahr und den roten Beeren im Sommer. Vor ein paar Jahren stand in der Zeitung die Aufläsung eines Kleingartenvereins. Man konnte hinfahren und sich noch Dinge aus der Gartenanlage holen. Dort standen herrlich alte Apfelbäume und noch diverser anderer Pflanzenkram, aber nichts mehr, was wirklich interessant war auszugraben. Wir haben uns ein paar kleine Sträucher mitgenommen: Flieder, Hagebutten und eben einen Weissdorn. Die Büsche sind gut angewachsen. Der Flieder blüht jetzt im dritten Jahr, der Weissdorn ist schon richtig groß geworden und hat dieses Jahr zum ersten Mal kleine Knospen, woraus viele Blüten werden. Ich kann es kaum erwarten, sie blühen zu sehen!


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