_Wochenende

Drittes Maiwochenende – Die Sonne ist zurück

Nach den Eisheiligen und ein paar kühlen und trüben Tagen kommt pünktlich zum Wochenende die Sonne zurück. Wir gruscheln im Garten und durch den Tag. Ich bin die meiste Zeit damit beschäftigt, Texte zu schreiben und mich um meinen Kurs zu kümmern. Ich beantworte Fragen, bereite das nächste Modul vor und drehe Videos. Wenn ein Kurs läuft, ist immer mehr zu tun. Zwischendrin übe ich Buchstaben und verbringe Zeit mit der Familie. Sogar eine Laufrunde ist drin.

Am Sonntag ist bildschirmfrei. Ok, ein bisschen Arbeit meinerseits, aber der Rest der Familie verbringt den Tag weitgehend ohne Handy und elektronische Geräte. Das haben wir zu Beginn der Woche so ausgemacht. Das klappt überraschend gut. Wir spielen miteinander, sitzen in der Sonne und machen unsere Wochenplanung für kommende Woche. Was wollen wir essen, wer hat wann feste Termine und Arbeitszeiten, was ist wichtig und wo müssen wir uns aufteilen? Solche Fragen fliessen da rein. Nächste Woche startet für den Wolf und den Sterngucker die Schule wieder. Alles wie immer nur eben doch nicht. Ich werde am Mittwoch bei der Pausenaufsicht an der Sternguckerschule mithelfen. So kann ich Elternarbeitszeit verbrauchen und die LehrerInnen entlasten. Meine Aufgabe wird sein, auf Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln in der Pause zu achten. Ich bin gespannt, wie das gehen wird. Von meinen Vor-Corona-Aufsichten kenne ich, dass die kleinen gern auch in den Pausen einfach zu uns Erwachsenen gekommen sind, das Gespräch und Körperkontakt gesucht haben (Hand nehmen, Arm um mich legen). Wie wird es sein, wenn jemand Trost sucht? Wie werden Konflikte ausgetragen, die sonst über körperliches Gerangel und Kontakt gingen?

Die Jungs verbringen den ganzen Tag draussen. Der Wolf baut aus einem alten Sonnenschirm einen Pavillon in der Wiese. Dann hat er die Idee, die Seiten zu begrünen und im Sommer eine kleine Höhle zu haben. Er befüllt Blumenkästen mit Erde, positioniert sie an den Seiten seines Bauwerks und steckt Stangen- und Feuerbohnen hinein.

Pilgergedanken

Während meine Kursvideos hochladen, verbringe ich auch Zeit draussen, im Garten und auf der Terrasse. Ich freue mich, dass die Pfingsrosen bald blühen. Wir essen Kuchen und trinken Kaffee und Tee. Dann will ich ein bisschen lesen. Der Mann und ich kommen auf ein Gespräch über das Pilgern, was mir gerade irgendwie immer wieder über den Weg läuft. Ich erinnere mich an den Pilgerführer durch Sachsen und Thüringen entlang der Via Regia, die ja sehr nah bei meinen Eltern lang führt. Ich möchte nicht nach Santiago de Compostela pilgern, aber eine Weile einen spirituellen Weg gehen, das kann ich mir schon vorstellen. So konkret habe ich aber noch keinen Plan. Ich spüre, dass das vielleicht nächstes Jahr dran sein könnte. Der sächsisch-thüringische Weg interessiert mich besonders, weil ich das Gefühl habe, mir vertrautes nochmal aus einem anderem Blickwinkel und ganz neu zu entdecken. Aber wie fange ich an, so eine Reise zu planen? Die Idee muss noch bisschen gären.

 

Zum Abendessen gibt es Salat und Brot. Der mann ist nichts. Ihm geht es seit dem Mittagessen nicht so gut. Er trinkt Heilerde (ein TL Heilerde auf ein Glas Wasser, verrühren und trinken – unser Hausmittel gegen Baugrimmen, Blähungen, Durchfall & Co) und ruht sich aus. Am Abend schreiben die Jungs ihr Erfolgstagebuch, suchen ihre Schulsachen zusammen und räumen mit uns gemeinsam auf. Dann gibt es Maus und Bettzeit.

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2 Kommentare

  • andrea

    wir trösten von hinten. also über den rücken fahren bzw. von hinten umarmen. das geht ganz gut.
    vielleicht könnte man für das gerangel tauziehen einführen.
    gute besserung für den mann.
    andrea

  • annette

    …lässt du mich dran teilhaben wie das mit dem pilgern bei dir weitergeht?….ich möchte das hier in deutschland nämlich auch gerne machen..
    herzlichst
    annette

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