Erstes Advents-Wochenende

Erstes Advents-Wochenende

Die Kinder sind im Bett, nun sitze ich mit dem Mann auf der Couch und lasse den Tag und die Jahre Revue passieren, die wir verheiratet sind. Heute ist unser Hochzeitstag. Wir trinken einen Schluck guten Biowein, den wir am Freitag geschenkt bekommen haben. Es ist schön, rückzublicken und zu sehen, was in den vergangenen 8 Ehejahren alles passiert ist. Umzüge, ein Hausbau, unser drittes Kind und nicht zu vergessen die Stabilisierung unserer Gesamtlebenssituation und damit auch der Tochter. Doch, doch, wir haben es schon schön miteinander.

Samstag

Schön war auch unser Wochenende. Den Samstag haben wir beim Tag der offenen Tür in Schule und Kindergarten verbracht. Der Mann hat Glühwein verkauft, ich hatte meinen Dienst im Bücherantiquariat. Das mag ich sehr. Die Gespräche mit den BesucherInnen, in Büchern schmökern und mich von Texten inspirieren zu lassen. Zu mir hat ein Buch gefunden, was ich während meines Dienstens ein bisschen Anlesen konnte. Die Achtsamkeit des Herzens. Ein Leben in Kontemplation* von David Steindl-Rast, einem Benediktinermönch, der auf eine sehr ansprechende Weise über das Horchen mit dem Herzen, unsere Umwelt als Guru, über Sinnlichkeit und Dankbarkeit schreibt.

Der Bücherflohmarkt funktioniert so, dass die Bücher gegen eine Spende mitgenommen werden dürfen. Ich fand interessant, dass viele Menschen schwer fanden, einzuschätzen wieviel sie geben wollen. Was wird erwartet, was sind Dinge Wert. Darüber sind spannende Gespräche entstanden.

Nach dem Tag der offenen Tür war ich noch ein bisschen draussen im Garten. Die Temperaturen sind gerade mild, es regnet. Ich wollte unbedingt ein paar Pflanzen noch in die Erde bringen, die ich von einer Bekannten bekommen habe. Und die Dahlienknollen mussten aus der Erde, bevor es richtig friert.

Am Abend habe ich unseren Tisch aufgehübscht. Wir haben dieses Jahr keinen Adventskranz, stattdessen eine Kerze und etwas Grün aus dem Garten.

Sonntag

Endlich konnten wir mal richtig ausschlafen. Was wir auch genüsslich nutzten. Nach dem Frühstück – der Sterngucker hat sich 3 Bananen (!) gebraten und mit Zimt und Ahornsirup verspeist – hatte ich einen Arbeitsvormittag während der Mann auf die Jungs aufpasste bzw. mit dem Wolf einen Minecraft Server einrichtete. Ich widmete mich einer Auftragsarbeit, die Ende der Woche fertig sein soll. Während die erste Schicht trocknete, fuhr ich auf einen kurzen Schwatz und eine Umarmung zu einer Freundin, verteilte meine Freundinadventskalender und war pünktlich zum Mittag wieder daheim.

Ich habe endlich mal wieder einen Blumenkohlcurry mit Reis, Chutney und Raita gekocht. Eines der Lieblingsessen des Wolfes. Der steht auf indische Speisen. Neulich, als wir in Leipzig am Hauptbahnhof waren, ist er auch beim indischen All-you-can-eat Buffet stehen geblieben und wollte da Mittag essen, weil es so gut roch.

Am Nachmittag war der Mann mit Arbeitszeit dran. Er überarbeitet den Script für seine Gongausbildung, die im Dezember startet. Ich hab derweil aufgeräumt, mich um die Wäsche gekümmert, weihnachtlich geschmückt und die Dahlien im Garten versorgt. So final zum Einlagern sind sie noch nicht verräumt. Da muss ich mich erstmal noch kundig machen, wie ich sie am besten überwintere.

Am Abend gab es einmal Abendessen mit der ganzen Familie am Tisch (was nur noch selten ist, weil die Tochter meist unterwegs ist). Dann war Badezeit für die Jungs. Leider musste ich beim Wolf noch eine Läusebehandlung draufgeben. Was ein Glück, dass wir das Zeug schon grundsätzlich zu Hause haben.

Nun sitze ich noch bisschen mit dem Mann beeinander, stricke Socken und lese. Das mag ich sehr, dass wir abends jetzt immer noch zusammen sitzen und lesen. Oder reden.

*Affiliate Link

Weitere bebilderte Wochenende findest du bei Susanne (deren Frühstückstischambiente immer so gemütlich wirkt!)

5 Gedanken zu „Erstes Advents-Wochenende

  1. ach, das sieht aber gemütlich aus bei euch! und dass es nur eine kerze gibt statt ihrer vier spricht gerade sehr an. ich war fast das ganze jahr über mit ausmisten & dem darüber nachdenken beschäftigt war, was mir an dingen wirklich wichtig ist und wo ich noch reduzieren möchte. und merke auch beim weihnachtsbrimborium ein deutliches ‚weniger ist mehr‘- gefühl. vier kerzen sind es dennoch geworden, aber die bunte lichterkette hängt nicht mehr quer durch den raum sondern leuchtet dezenter in einem grossen glasgefäss. eine frohe zweite adventswoche wünsch ich dir!

  2. Liebe Ramona,

    welches Buch steht denn da auf eurer Kommode neben der Krippe?

    Danke fürs Teilen. Ich freue mich immer wieder über deine Beiträge.

    Liebe Grüße aus Österreich

  3. Liebe Ramona, wie gemütlich. Manchmal schreibst Du über Stress, Chaos, Anstrengung. Ich entspanne meistens beim lesen Deiner Beiträge. Was ist das für ein schöner Freundinnenadventskalender? Grüße, Laura

  4. Das sind angemalte Walnuss-Häften, die ich mit kleinen Zettelchen oder Schokokugeln gefüllt und wieder zugeklebt habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.