_Wochenende

Erstes Februarwochenende

Allein mit den Jungs (der Mann ist übers Wochenende arbeiten) habe ich ein beschauliches und friedliches Wochenende. Die Sonne scheint zum Fenster hinein, die Kinder sind gut drauf und streiten sich wenig. Auch mal schön. In einem Anflug von Motivation backe ich gleich am Morgen einen Schoko-Bananen-Kuchen, weil noch drei schon sehr braune Bananen in der Obstschale liegen (use what you have). Nach dem Frühstück lasse ich die Jungs kurz allein und fahre in den Nachbarort zum Herrmannsdorfer, Brot, Kresse und Radieschen kaufen.

Langsames Einkaufen

Ich geh sehr gern im Bioladen oder Hofladen einkaufen. Dort ist alles langsamer und persönlicher. Da muss ich zwar eine Weile anstehen, werde aber mit Gelassenheit und Freundlichkeit bedient. Nebenbei bekomme ich kleine Anekdoten mit, die man eben nur wahrnimmt, wenn man Zeit hat. Zum Beispiel die Frau vor mir, die an beiden Kassen (im Laden und an der Gemüsetheke) eine Summe von 15,15 Euro zahlen muss und das freudig bemerkt. Oder der Mann, der einen Fenchel kauft, weil der so schön aussieht und gleich dazu sein Rezept für Fenchel-Carpaccio teilt, „so als schönes Vorspeise während des Kochens“ (Fenchel in feinen Scheiben mit Parmesan. Mit Zitronensaft und gutem Olivenöl beträufeln)

Zum Mittag kochen die Jungs. Ich hatte Ende der Woche angesagt, dass ich möchte, dass sie sich bei der Speiseplanung und beim Kochen beteiligen, denn ich bin es leid, dass alles, was ich koche angemault und verschmäht wird. Die Auflage ist: ein abwechslungsreiches, gesundes Essen für die ganze Familie. Was heissen soll: nicht jeden Tag Fertigpizza oder Pommes. Sie sollen sich Gedanken machen und uns die Zutaten, die sie brauchen mitteilen. Keine Ahnung, ob das Bestand haben wird, vorallem mit den unterschiedlichen Schulzeiten, aber immerhin haben sie sich zusammengesetzt und mal nachgedacht. So gibt es also zum Mittagessen von den Jungs gekochte Spaghetti mit veganer (Tofu)Bolognese. Kein schlechter Anfang.

Auf dem Weg zum Einkaufen fiel mir ein, dass ich bei meinem Kuchen den Zucker vergessen hatte. Am Ende ist das aber gar nicht schlimm, denn die Süße der Bananen war ausreichend. Der Kuchen schmeckt mir trotzdem. Und ich bin eh die einzige, die ihn isst. Die Jungs mögen keine Bananen.

Ich kümmere mich um die Wäsche und vertrödele ein bisschen Zeit an der Nähmaschine. Eigentlich wollte ich einen Wimpel für Amberlight nähen, finde dann aber beim Stoffsichten in meiner Kiste noch ein vor vielen Jahren begonnenes Projekt: einen Bettvorleger. Den nähe ich erstmal fertig. Das war so eine Quilttechnik, wo man direkt alle drei Lagen vernäht. Hatte ich mal irgendwo im Internet entdeckt, als ich noch genäht habe.

Draussen braut sich ein Wetter zusammen. Ich merke deutlich, wie es irgendeine Luftdruckveränderung gibt. Ich bin etwas schlapp und laufe untertourig. Die Jungs verbringen viel Zeit auf dem Spielplatz. Es ist ja auch so warm, dass man sogar ohne Jacke draussen sein könnte. Ich beschliesse einen kleinen Spaziergang und besuche die Fussballspieler, die gerade mit einer Katze am Spielplatz schmusen. Dann treffe ich eine Freundin aus unserem Mütterkreis, die auf ihrer Hunderunde ist. Wir unterhalten uns eine Weile. Dann kommt immer mehr Wind auf und ich schlendere zurück nach Hause. Immerhin hatte ich Frischluft, wenn auch nicht sonderlich viel Bewegung. Meine Hamamelis blüht. Darüber freue ich mich jedes Jahr wieder. Die hat mir meine Schwester zum 40. Geburtstag geschenkt.

Nach dem Abendessen spielen wir noch eine Runde „Schmuggler“, eines der Spiele, die sich die Jungs aus der Bibliothek ausgeliehen haben. Das macht uns Spass. Aus intelligenter Knete, die dem Spiel beiliegt, rollt man Kugeln in denen man einen Edelstein versteckt. Diese Kugeln müssen aber so groß bzw kleine sein, dass sie durch ein Tor einer Rollbahn passen.

Am Abend lesen wir noch „Die Kackawurstfabrik“ (Link zum Verlag, wo es auch eine Leseprobe gibt), auch ein Buch aus der Bibliothek, was allein des Themas wegen großen Anklang findet.

Sonntag

Der Sonntag ist etwas zähflüssiger als der Samstag. Es regnet und ist trüb, die Jungs wissen nicht recht was mit sich anzufangen, streiten immer wieder oder maulen vor sich hin. Wir spielen noch eine Runde Schmuggler, ich nähe einen Wimpel und beende eine Miniwimpelkette, die ich angefangen in meiner Stoffkiste gefunden habe. Dann räume ich die Nähsachen wieder auf.

Aus einem Stück Leder schneide ich zwei kleine Traveler’s Journals aus. Das wollte ich schon immer mal machen. Zwar nutze ich mein Original gerade nicht, hatte aber Lust diese beiden Nachahmungen zu basteln. Nun brauchen sie noch ein Innenleben.

Ausserdem nutze ich den Tag, ein paar Blogposts zu schreiben. Während es draussen windet und regnet, knistert drinnen das Feuer. Ab und an stricke ich eine Runde an der Ferse meiner Weihnachtsgeschenksocke. Die Tochter ist vorbeigekommen, so habe ich mal alle drei Kinder da. Die Kinder beschliessen, Sushi zum Abendessen zu machen. Ich buche meine Fahrkarte für ein Freundinwochenende in Bamberg Anfang April.

Insgesamt verbringen wir also ein recht beschauliches und gemütliches Wochenende.

Diesen Beitrag verlinkte ich zu Alu und Konsti, die Wochenendeinblicke sammeln.

5 Kommentare

  • andrea

    die fotos sind so ein augenschmauss! und nählust hab ich auch gleich gekriegt, der bettvorleger ist ganz wunderbar. und die wand! diese wunderbaren sprüche und überhauptmso schön anzuschauen. vielen dank für diese sonntagabendfreude!

  • Eva Manz-Jackson

    So schön ruhig, und doch inspirierend – das mag ich an Deinem Blog so gerne! Mal ganz neugierig – wohnt die Tochter nicht mehr bei Euch?

  • Claudia

    Der kleine Holzvogel , die Kerze und der Ast sind ein herrlicher Anblick, so stimmig und schön. Auch Deine Wand mit Sprüchen schaut so klasse aus, vielleicht gibts mal ein Bild nur mit der Spruchwand, :) würde mich sehr freuen….ganz lieben Gruß Claudia

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