Wochenende – geschenkte Freiräume

Wochenende – geschenkte Freiräume

Meine Reisewoche klingt noch in mir nach. Es scheint, als würden alle Eindrücke erst jetzt wirken und arbeiten. Deshalb fühlte ich mich in der letzten Woche auch sehr voll und instabil. Das zog sich bis ins Wochenende hinein. Dennoch bin ich ganz tief drinnen unter der Oberfläche glücklich und erfüllt. Dazu trägt auch die Oktobersonne in all ihrer goldenen Pracht, aber auch die vergängliche Schönheit des Herbstes bei, das Welken und Modern.

Am Freitag hatte ich einen Therapie Termin. Was bin ich dankbar dafür, jemanden zu haben, die mir hilft, meine losen Fäden zu ordnen und Ordnung in die innere Wirrnis zu bringen! Als ich ein Parkticket für die Zeit in der Praxis ziehen wollte, sah ich, dass mir jemand schon ein gültiges Ticket hinterlassen hatte. Darüber habe ich mich so gefreut! Das mache ich auch immer, wenn ich noch Restparkzeit übrig habe. Dann stecke ich das Ticket in den Automaten, sodass jemand nach mir die restliche Zeit noch nutzen kann.

Geschenkte freie Zeit nach zwei vollen Wochen

Während ich bei der Therapie war, hat der Mann einen großen Topf Gemüsesuppe für das Mittagessen gekocht, sodass wir gleich essen konnten, als ich mit dem Sohn, den ich auf dem Rückweg an der Schule eingesammelt habe, nach Hause kam. Der Mann ist dann nach dem Mittagessen übers Wochenende zu seinem Gongworkshop nach Limburg gefahren. Die beiden Söhne haben sich verabredet. Ich habe die Jungs also zu ihren Freunden gebracht. Bei dem großen Einzugsgebiet der Schulen ist man da locker 30 min unterwegs. Das Auto, was wir jetzt zusätzlich haben, ist da ein Segen.

Danach hatte ich Zeit für mich! Ich habe die Küche aufgeräumt, unsere freitägliche Gemüsekiste verräumt und ein bisschen gearbeitet. In 57 Tagen ist Weihnachten. Deshalb habe ich meinen Etsy Shop mit meinen Karten aktualisiert. In meinen Mails landete bereits die erste Weihnachtsfeiereinladung (von der Wasserwacht). Verrückt!

Am Abend war es dann Zeit, den Sterngucker wieder abzuholen. Wir aßen gemeinsam Abendessen, dann hab ich ihn ins Bett gebracht. Nachdem ich neulich über meine Filmliste geschrieben habe, hab ich mir Zeit für einen Film genommen, den mir eine liebe Freundin schon im Sommer geschenkt hat: Die Bücherdiebin. Ich hab es mir also gemütlich gemacht und bin in die Welt von Liesl abgetaucht. Irgendwann wurde der Wolf nach Hause gebracht. Gemeinsam haben wir den Film zu Ende geschaut und sind dann ins Bett gegangen.

 

Samstag

Am Samstag war ich beim Frauenverwöhnfrühstück in der Gemeinde. Die Jungs haben sich derweil mit Aufbackpizza versorgt und gezockt. Ich habe die Frauenrunde mit schönen Gesprächen, Essen und Inputs genossen. Es gab Lieder und persönliche Erfahrungen zum Psalm 23, der Herr ist mein Hirte.Ich bin immer sehr begeistert von der liebevollen Gestaltung dieses Frühstücks. Von der üppig dekorierten Käseplatte bis hin zur Tischdeko und den Inputs.

Zurück zu Hause habe ich die Kinder wieder zu ihren verabredungen gefahren. Ihnen hat es am Vortag so gut gefallen, dass sie noch einmal hin wollten. Darüber war ich nicht traurig, denn ich konnte auch etwas Ich-Zeit gebrauchen. Auf dem Rückweg war ich kurz einkaufen: Bananen und einen veganen Aufstrich (simply). Ich hatte Lust auf Kuchen und erwog kurz, mich in ein Café zu setzen. Dann wollte ich aber doch lieber zu Hause sein. Ich habe ja meine kleine virtuelle Teekasse. Von dem Geld habe ich mir ein Stück vegane Torte in der Biobäckerei gegönnt und zu hause mit Tee und einem Buch auf der Terrasse genossen. Danke für den Tee und den Kuchen!

Den Rest meines freien Tages habe ich Kleinkram erledigt. Ich habe die Tagebuch-Einträge meines Aufenthaltes im Gebetshaus letztes Jahr gelesen und war sehr berührt davon. Ich erinnerte mich ausserdem an ein Angebot, was mir schon viele Monate am Herzen liegt: ein Herzensbrief. Dieses Angebot ist mir noch aus den Fingern geflossen und in den Shop gewandert. Das werde ich später sicher nochmal genauer vorstellen.

Kraftinseln im Alltag

Im November startet wieder unser Onlinekurs Kraftinseln im Alltag. Ich lade dich herzlich ein, mit mir und dem Mann den November zum Selbstfürsorgemonat zu machen. Wir geben Inputs und Tipps für mehr Lebensqualität, Fokus auf Ausgeglichenheit und das Gute – eben kleine Kraftinseln im Alltag.

Am Abend habe ich den begeisterten Sterngucker von seiner Verabredung abgeholt, mit ihm zu Abend gegessen und ins Bett gebracht. Der Wolf kam wieder erst sehr spät. Dadurch war auch ich weit über meiner Bettzeit. Das habe ich sehr deutlich gespürt und schlecht geschlafen.

Sonntag

Ich wunderte mich, warum auf meinem Handy eine andere Uhrzeit angezeigt wurde als an meinem Wecker. Dann fiel mir ein, dass ja Zeitumstellung sein könnte. Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Wir schälten uns gemütlich aus dem Bett und frühstückten. Der Sterngucker war schlecht gelaunt und maunzte mir die Ohren voll. Dennoch packten wir seine Sachen und machten uns gegen zehn mit dem Wolf zusammen auf den Weg zu meinen Schwiegereltern. Es sind Ferien, und der Sterngucker wird ein paar Tage bei seinen Großeltern verbringen. Sie wohnen ungefähr 120km weit weg. Dort angekommen gab es Kürbissuppe und selbstgebackenes Brot zum Mittag. Dann verbrachten wir eine gemütliche Zeit im Garten und genossen die letzte Oktobersonne mit Buch, Spielen und Gesprächen. Nach Kaffee und Kuchen gingen wir eine große Runde spazieren (der Wolf etwas maulig). Danach spielten wir noch ein Spiel während Oma und Opa einen Salat für uns zum Mitnehmen bereiteten. Noch vor dem Abendessen verabschiedeten wir uns und liessen den Sterngucker bei seinen Großeltern zurück.

Der Mann mit den schönen Augen

Unterwegs mussten wir einmal tanken. Das war etwas abenteuerlich, weil ich schon zum zweiten Mal jemanden fragen musste, mir den Tankdeckel zu öffnen. ich hab das einfach nicht hinbekommen. Also bat ich diesmal einen Mann, der da gerade lang ging um Hilfe. Er drückte mir seine Zahnbürste in die Hand (es war ein LKW Fahrer, der gerade aus dem Waschraum vom Zähneputzen kam) und kümmerte sich um meinen störrischen Tankdeckel. Der freundliche Mann war Bosnier, hatte wunderschöne Augen und erklärte mir in seinem gebrochenen Deutsch den Trick mit dem Gewinde. Zweimal rechts, einmal Links oder so. Ich hab jetzt den Deckel einfach nicht wieder zugeschlossen und hoffe, dass es mir das nächste Mal ohne Hilfe gelingt. So hatten wir aber einen netten Kontakt und sind gutgelaunt nach Hause gefahren. Dort haben wir uns dann den Bauch mit Salat, Suppe und Brot vollgeschlagen, noch bisschen mit der Tochter geredet und sind gegen zehn ins Bett gefallen. Diese Nacht habe ich viel besser geschlafen.


Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

2 Gedanken zu „Wochenende – geschenkte Freiräume

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