Wochenende :: Kreative Frauen

Wochenende :: Kreative Frauen

jesus

„Ich wünsche mir eine kreative Zeit, die Frauen dazu einlädt, tiefgründig über das Leben nachzudenken, mit Gottes Liebe und Freude erfrischt zu werden und Gottes Frieden zu erleben. Ich wünsche mir eine Zeit, die satt macht.“ Friederike Hammann

Da bin ich nun also am Freitag Abend gemeinsam mit der Tochter der Einladung zum kreativen Frauenwochenende gefolgt. Sehr spontan haben wir einfach alles ins Auto geflackt, wo ich meinte, daß wir es brauchen könnten. Das Kreativwochenende war ein Angebot vom Marburger Kreis und fand im Felshaus bei Moosburg statt.

Wir kamen pünktlich zum Abendessen, hatten aber noch Zeit, unsere Zimmer zu beziehen und ein Namensschild zu basteln. Nach dem Abendessen gab es eine Begrüßungs- und Vorstellungsrunde und ein Brainstorming zum Thema „Herrlichkeit“. Was ist Herrlichkeit? Das Thema Herrlichkeit zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Wochenende. Ausserdem wurde das Wochenendprogramm und die verschiedenen Workshops vorgestellt, die es geben sollte. Und das war wirklich beeindruckend. Die Frauen hatten verschiedene Angebote mitgebracht. Es gab eine Nähwerkstatt für Taschen und Schlüsselanhänger, ein Malatelier, eine Schreibwerkstatt für kreatives Schreiben, eine Papeterie mit Origami und Geschenktüten basteln, Schrumpfplastik und Schriftteppiche/Kalligrafie. Die Tochter besuchte bereits am Abend mit ihren Zimmergenossinnen das Malatelier. Ich ging lieber schlafen.

Samstag

fenster

Vor dem Frühstück gab es einen Morgenimpuls in der Kapelle. Etwas, was ich schon aus Kalligrafieseminaren im Kloster kenne. Es ist bisschen wie eine Morgenmeditation nur im christlichen Kontext. Ich mochte diese Zeit immer sehr gern und auch diesmal fühlte ich mich wohl.

Das Frühstück war reichhaltig und gesellig. Ich esse gern in Gemeinschaft, leider gern auch zu viel bei diesen Gelegenheiten. Nach dem Frühstück gab es eine kleine „Denkzeit“ in der Kapelle. Ein Input, einige Gedanken zum Thema Herrlichkeit, ein paar vorgelesene Bibelstellen und ein kleiner Gedankenaustausch. Danach begann der kreative Teil des Tages. Die Frauen besuchten die verschiedenen Angebote. Es war wirklich schwer, sich aus den tollen Workshops auf etwas festzulegen. Während die Tochter sich die Schrumpfplastik-Technik zeigen liess und kleine Anhängerchen gestaltete, besuchte ich einen kreatives-Schreiben-Workshop, der mir echt viel Spaß gemacht hat. Es gab spielerische Übungen und Auseinandersetzungen mit dem Schreiben. Am Ende schrieben wir paarweise an einer Geschichte. Das hat mir echt gut gefallen.

schreiben
stifte

Auch das Mittag war reichhaltig und lecker. Nach einer längeren Mittagspause ging das kreative Schaffen weiter. Ich hatte angeboten, mit Rat, Tat und Stiften zur Verfügung zu stehen und zeigte ein bisschen Brush-Lettering oder diverse andere Schrift-Techniken. Nebenbei bereitete ich mir eine Leinwand mit Schriftstempeln vor, die ich vor hatte zu bemalen. Als alle in ihrem Tun vertieft und am Schreiben waren, stahl ich mich eine Weile ins Malatelier davon und arbeitete an den ersten Schichten meiner Leinwand. Während die Farbe trocknete schaute ich bei der Papeterie und in der Nähstube vorbei. Für eine Tasche hatte ich keine Kapazitäten, aber zwei Schlüsselanhänger sind entstanden. Wir waren bis zum Abendessen alle vertieft in unser Tun. Es war eine sehr schöne Stimmung und ein angenehmes Miteinander. Zwischendrin gab es immer wieder die Möglichkeit für Gespräche und Austausch. So lernte ich einige Frauen ein bisschen kennen. Die Älteste von uns war schon über 70, die Jüngste war die Tochter.

licht

“I wish I could show you when you are lonely or in darkness the astonishing light of your own being.” Hafiz of Shiraz

Nach dem Abendessen versammelten wir uns in der Kapelle zu einem Lobpreis Abend. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Aber Musik und Singen ist immer gut. Ich hörte mir die Lieder an, einige gefielen mir, andere nicht. Besonders berührt haben mich die mit zweistimmigen Gesängen und schönen Melodien. Am Ende des Lobpreis-Abends gab es in der Küche noch warmen Apfelstrudel mit Vanillesosse. Es wurde also wieder spät.

Sonntag

gottesdienst

collageAuch der Sonntag startete mit einem Morgenimpuls und Stille. Dann gab es Frühstück und am Vormittag einen abschliessenden Gottesdienst mit einer kurzen, sehr schönen Predigt. Den Gottesdienst schlossen wir mit einer Collagerunde ab. In Stille schnippelten und klebten wir in einem vorgegebenem Zeitrahmen, was uns gerade bewegte, berührte und in uns war. Sowas macht mir ja eh Spaß, und ich fand es einen schönen Abschluss. Dann stellten wir nochmal alle entstanden Werke aus und staunten, wieviel wir in der kurzen Zeit doch erschaffen hatten. Tolle Taschen, Leinwände, Schrift-Arbeiten, Geschichten, Schlüsselanhänger. Wirklich beeindruckend. Die Feedbackrunde war durchweg postiiv, einzig die knappe Zeit wurde bemängelt. Aber die wird wohl nie reichen.

Bezugnehmend auf das Eingangszitat kann ich wirklich sagen: ich bin angenehm satt von diesem Wochenende. Ich fühle mich auf allen Ebenen genährt und bin sehr dankbar, daß ich dort sein konnte. Ich habe mich auch als Nicht-Christin in dieser Gemeinschaft sehr wohl und frei gefühlt. Ich konnte in den Gebeten und christlichen Inhalten meinen Platz finden, auch wenn mein Gottesverständnis und meine gelebte Spiritualität eine andere ist.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns alle und fuhren zurück ins unseren Alltag. Das Ankommen war etwas holperig. Trotz den schönen Eindrücken ist so ein Wochenende ja doch auch immer anstrengend.

Wochenendeinblicke sammelt Susanne.

 

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8 Gedanken zu „Wochenende :: Kreative Frauen

  1. deine leinwand ist traumhaft!
    so ein wochenende – wie von dir beschrieben – ist lebensfreude pur, eine wohltat.
    hab eine schöne woche. herzliche grüße aus der zeitschleife.

  2. Liebe Ramona,

    es klingt nach einer wunderbaren Mutter-Tochter-Zeit in einem sehr wohligem Rahmen. Das freut mich sehr für euch!
    Ich lese hier immer total gerne mit, freue mich über neue kreative und kulinarische Anregungen und deine durchdachten Zeilen.
    Ein Thema würde mich noch einmal sehr interessieren, und ich möchte dir dabei nicht zu nahe treten, denn das ist etwas sehr Persönliches – du sprichst es selbst an: Dein Gottesverständnis und gelebte Spiritualität. Es ist ja meistens sehr schwierig, das in Worte zu fassen und erst einmal für sich selbst herauszufinden, was einen da eigentlich durch das Leben trägt. Also falls du deine Gedanken dazu gerne mal in einem Blogeintrag verewigen möchstest, würde ich mich sehr freuen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Maja

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