_Wochenende

Zweites Februarwochenende

Hinter uns liegt ein kleines, unspektakuläres Wochenende. Den Samstag habe ich in der Schule beim Erste-Hilfe-Kurs verbracht. Den brauche ich sowohl für die Arbeit bei der Wasserwacht als auch in der Schule. Der muss alle zwei Jahre aufgefrischt werden, was auch gut ist. Denn in einer Notsituation handlungsfähig zu sein ist so wichtig. Die wichtigste Botschaft: man kann nichts falsch machen. Das wichtigste ist, überhaupt zu helfen (und sei es, andere um Hilfe zu bitten oder einen Notruf absetzen).

Der Kurs wurde von einer Bekannten aus der Wasserwacht geleitet, war kurzweilig und mit vielen Übungen in Kleingruppen oder zu zweit. Wir haben Wunden versorgt, beatmet und Menschen aus einem Auto geborgen. Es war ausreichend Zeit für rechtliche und andere Fragen. Während der Mittagspause hatten wir Zeit bei einem Mitbringbuffet miteinander ins Gespräch zu kommen. Die meisten Menschen kannten sich ja eh schon untereinander. Ich hatte schöne Gespräche, Lachen und Gemeinschaft. Die acht Stunden vergingen wie im Flug.

Nach acht Stunden Input war ich allerdings auch ganz schön erschöpft, als ich nach Hause kam. Ich nutze das schöne Wetter für einen Spaziergang, um noch etwas Frischluft und Bewegung zu haben. Der Wind hatte einige Misteln runtergeweht. ich kann mich immer gar nicht sattsehen an diesen goldgrünen Zweigen. Die milden Temperaturen locken nun auch hier die Frühblüher aus der Erde. Ich war ganz erstaunt, wieviel schon ausserhalb unseres Gartens blüht. Ich vermute, bei uns dauert das etwas länger, weil unser Garten noch recht jung ist.

Nach Familienzeit und Abendessen haben es sich der Mann und der Wolf vor einem Film gemütlich gemacht. Ich hatte keine Lust mitzuschauen, wollte aber auch nicht vom Sound beschallt werden und zog mich deshalb mit einem Buch ins Schlafzimmer zurück. Halb neun. Nach ein paar Minuten auf meiner Entspannungsmatte begannen die Buchstaben vor meinen Augen zu tanzen. Ich merkte, wie müde ich eigentlich war und beschloss, einfach zu schlafen. Samstag abend um halb neun. Es dauerte nicht lange, da war ich tatsächlich eingeschlafen. Bis zum Sonntag, wo ich gegen 7:30 Uhr dann aufstand.

Sonntag

Ich frühstückte mit dem ebenfalls früh aufgestandenen Sterngucker. Dann kümmerte ich mich um den Haushalt, die Wäsche und räumte ein paar Spiele, die sich im Wohnzimmer angesammelt hatten, zurück an ihren Platz (bzw erstmal auf die Treppe). Wir gruschelten uns durch den Vormittag. Ich kümmerte mich um die Produktseite und das Erscheinungsbild meines nächsten Onlinekurses (ein Email-Inspirationskurs während der Fastenzeit).

Am Nachmittag ging ich mit dem Mann eine Runde spazieren. Danach planten wir beide unsere Woche und schrieben unsere Aufgabenlisten. Da wir beide selbständig sind und die meiste Zeit von daheim arbeiten, ist es wichtig, die wenige ungestörte Zeit gut zu planen. Wir legen in unserer Wochenplanung unsere Prioritäten fest, sprechen ab, wo wir gegenseitig Unterstüzung brauchen oder aufeinander aufbauen. Der Nachmittag ist insgesamt recht unruhig. Die Kinder wollen oft unsere Aufmerksamkeit, streiten oder haben Ideen, bei denen wir ihnen nicht wirklich weiterhelfen können. Irgendwann hat der Sterngucker die Idee, draussen ein Feuer zu machen. Damit waren dann beide Jungs verräumt. Sie machten ein Feuer in der Feuerschale im Garten, spielten Fussball und vertaten sich die Zeit an der frischen Luft.

Ein Aspekt der Wolfschen Unruhe war ganz einfach: er hatte Hunger. Ständig ging er zum Kühlschrank, um zu schauen, ob sich darin nicht doch etwas Essbares für ihn manifestiert hatte. Er fand sich aber nichts, was seinem Geschmack entsprach. Und tatsächlich waren unsere Vorräte übers Wochenende und durch Planlosigkeit ziemlich aufgebraucht. Oder sagen wir mal so, es waren nur noch Dinge übrig, die beim Großteil der Familie nicht so auf der Liste der Leibgerichte steht: Weisskohl, Stangensellerie, Zuchini, Fenchel, Mangold, Rucola. Ich grübelte ein wenig, wie ich aus dem, was da ist, ein Abendessen zaubern kann, was allen schmeckt.

Use-what-you-have Abendessen

Am Ende gab es frisch gebackene Foccacia mit Rosmarin und Meersalz (aus der frischen Hefe und Mehl), Mais-Bohnen-Salat (rote Bohnen und Mais aus der Dose, rote Paprika), Fenchel-Orangensalat (Fenchel und Orangen). Das war wirklich lecker und nährend für alle. So konnte jedeR was finden. Ist wohl doch etwas anderes, wenn alles hübsch angerichtet auf dem Tisch steht.

Im Laufe des Abends kam bereits die Meldung der Wolfsschule (per Email und SMS), dass am Montag wetterbedingt die Schule ausfallen würde. Ich hielt Ausschau nach offiziellen Meldungen des Landkreises. Später kam dann auch von der Sternguckerschule (per Notfallhandy-SMS) und der Tochterschule die Meldung, dass die Schulen geschlossen bleiben würden und keine Schulbusse fahren. So war klar, dass wir einen Homeoffice-Tag mit Kindern daheim haben würden.

Wir machten noch eine Runde ums Haus und sicherten alles, was uns nicht sturmfest erschien. Bei uns war der Sturm für die zweite Nachthälfte angekündigt. Er kam dann gegen 5 Uhr. So konnten wir doch den Großteil der Nacht mit offenem Fenster schlafen.

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